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Zweiter Abschnitt.
Das Gesetzbuch des Manu endlich wurde in seiner jetzigenRedaktion später als die spätesten Teile des „Mahäbhärata" nieder-geschrieben, sein Inhalt ist indes ein so altertümlicher, dass es mitRecht an die Spitze der indischen Litteratur gestellt wird (Weber297); seine erste Fassung, die es von Manu's Schülern empfing,glaubt Lassen (I, 883) um 450 v. Cln\ setzen zu sollen, seinejetzige hatte es nach M. Müller („India" 1884, 308) im drittennachchristlichen Jahrhundert erhalten, so dass dieser Forscher, imGegensatz zu AVeber, die Schlussredaktion der Epen in die jün-gere Zeit versetzt.
Im „Rämäyana" (I, 1, 10) tritt uns zunächst der Held desEpos, Rama, als Sprössling des Geschlechtes Ixvaku entgegenund bestätigt so die Ansicht von dem Alter und dem ursprüng-lich brahmanischen Charakter, der sich an diesen Namen knüpfen-den Legende; es heisst von ihm (Schlegel, „Sprache und Weis-heit der Inder«, 238):
„Ixväkus Stamm hat ihn gezeugt. Itäma heisst er im Menschenmund,
In sich selbst herrschend, grosskräftig, strahlenreich, weitberühmt und stark."
Das Zuckerrohr wird Ixu (Ixuva, Ixava) genannt, und führtauch den Beinamen rasäla = safthaltend; als pundra und känta-raka werden die rötlichen Abarten desselben erwähnt, und ixu-kandarasa bedeutet den „ Saft des Zuckerrohrstengels", von demerzählt wird (II, 91, 15), dass man ihn den Elefanten darreiche.Über die Bewirtung des Heeres des Wiswamitra durch die Ge-mahlin des Radjah Vasista wird berichtet (nach Schlegel):
„Zucker, Honig und Reis gab sie, nebst Maireya*) und Wein zugleich,Und Getränke, die sehr schmackhaft, und Speisen mannigfachster Art:Was gesaugt, was gekaut wird auch, gab sie, Bergen gleich aufgehäuft,Süsse Früchte, sowie Kuchen, Töpfe dann, angefüllt mit Milch,Schmackhaftes verschiedener Weis' von den sechs Arten dos Geschmacks,Schüsseln, wohl angefüllt ferner mit Zuckersaft, zu Tausenden."
In der, vermutlich genaueren Prosaübersetzuug, lautet dieStelle (Heeren, „Historische Werke", Göttingen 1824; XII, 329):„Jeder bekam, was er begehrte, Zuckerrohr, Honig, Iteisspeise,Cider, Wein und köstliche Getränke; vielerlei Speisen in Haufengleich Bergen, zum Saugen, zum Kauen, zum Lecken, zum Trinken;gekochten Reis, Zuckervverk, und Gebackenes, nebst grossen Ge-fässen voll geronnener Milch und Molken. Alles nach den sechsArten des Geschmackes, und ausgeteilt hier und dort. Gelasse zuTausenden, angefüllt mit dem verdickten Safte des Zuckerrohres."
*) D. i. Obstwein.