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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zweiter Abschnitt.

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einen Philosophen, und einen unerschöpflichen Becher gesandthaben soll (Reinaud, „Fragments arabes et persans relatifs aFinde", Paris 1845; 45 und 52): das Ereignis wäre also etwa indas Jahr 200 v. Chr. zu setzen.

Der unmittelbare Genuss des Rohres dürfte jedenfalls Jahr-hunderte hindurch angedauert haben, bevor durch Eindicken desausgepressten Saftes, oder durch Auskochen des Rohres und Kon-zentrieren der Lösung, der erste Schritt zur Darstellung von Zucker-syrup geschah, und hierdurch wieder die Gewinnung von Robzuckerin fester Gestalt angebahnt wurde. Die Anwendung des Feuerszu solchen Zwecken findet sich bei den verschiedensten hoch-stehenden und rohen Völkern wieder: die alten Ägypter verstan-den es. die Trauben, deren Kultur bei ihnen bis hoch in dasvierte vorchristliche Jahrtausend hinaufreicht, in Säcken, mittelstQuerstangen, die nach entgegengesetzten Seiten gedreht wurden,auszupressen, und den gekelterten und durch Tücher filtriertenSaft in Metallkesseln einzukochen (Woenig 268, mit Abbildung;Lippert I, 631); die Einwohner Sokotoras bereiteten schon zurZeit Alexander des Grossen eingedickten Aloesaft in steinernenoder kupfernen Gefässen (Massudi VIII, 54; Edrisi I, 48); dieBongo-Neger Zentralaf'rikas zerstampfen Zuckerhirse in Holz-mörsern, und kochen aus dem Safte Syrup (Ratze! II, 487); diealten Mexikaner pflegten ebenso mit dem Safte des Süssmaises zuverfahren (Humboldt, „Nouv. Esp." III, 63), und in Indien selbstwurde Meerwasser versotten, um Salz daraus zu gewinnen (Hiuen-Thsang II, 154). Das Eindicken zuckerhaltiger Säfte ist jedochzweifellos eine indische Erfindung, und die meisten fremden Namendes hierbei erzielten Produktes, des Zuckers, leiten sich von dessenindischer Benennung her, die im Sanskrit earkani, im Prakrit Sak-kara lautet, welches Wort aus den Wurzeln cri = „zerrissen" undkara= „bildend" entstanden ist und daher zunächst „zerstückeltes",„zerrissene Stückchen bildend* bedeutet, weiterhin auch Kies,Steinchen, Steinkügelchen, u. dergl., und in diesem Sinne auf denRohzucker übertragen wurde, dessen anfängliche Beschaffenheitzugleich hieraus erhellt.

Die Hauptf'undgruben für unser Wissen 'über die Kultur Alt-indiens, das Gesetzbuch des Manu, sowie die grossen indischenEpen „Mahäbhärata" und „Rämäjana", liefern auch über die Ver-wendung des Zuckerrohrs und des Zuckers wichtige Auskünfte,ohne indes zeitliche Bestimmungen zu gestatten: einmal nämlichsteht ihre Abfassungszeit im ganzen nicht fest, sodann sind sie, —infolge der nationalen Gewohnheit der Inder, ihre Werke niemals