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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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des Zuckerrohres und für die verschiedenen Stufen des zubereitetenZuckers vorkommen, eine so vertraute Bekanntschaft mit dem Ge-wächse und seinen Eigenschaften voraus, dass dessen Anbau inIndien unbedingt ein sehr alter und völlig einheimische]- gewesensein hmss, und zwar gehen auch die Zeugnisse für die Gewinnungdes Verdichteten Saftes, und die Zubereitung eines berauschendenGetränkes aus Rohrsaft, in sehr frühe Zeiten zurück.

Bei dem Versuche, diese näher festzustellen, stösst man leiderauf eine grosse und bisher unüberwindliche Schwierigkeit, den,unseligen Zustand, in dem sich die Chronologie der indischenLitteratur befindet" („Ind. Stud." XIII, 319), infolgedessen „einSuchen nach chronologischen Daten im allgemeinen ganz frucht-los ist" (Weber 7); es mangelt den Indiern völlig an zuverlässigenselbstgeschriebenen Geschichtswerken, vor allem für die Zeit vordem Auftreten Buddha's (Lassen I, 419; II, 15), ja es scheintihnen überhaupt jeder Sinn für den zeitlichen Verlauf der Ereig-nisse zu fehlen. Schon Albiruni (geb. 973), ein höchst umfassen-der, in allen Gebieten menschlichen Wissens bewanderter Geist, —gleich vertraut mit der Naturwissenschaft, wie mit der antikenLitteratur und Philosophie —, der den Sultan Mahmud vonGhazna auf seinen indischen Feldzügen begleitete, jahrelang inIndien verweilte, und Sprache und Sitten des Landes aufs Ge-naueste kennen lernte, sagt in seinem 1031 verfassten Werke„India" (engl. Übers, von Sachau, London 1888: I, 89; II, 11):„Die Inder sind nur selten imstande Ordnung zu halten, und ihreAufzählungen sind meist willkürlich; auch erfinden sie Namennach Belieben, und wer sollte sie auch hierin überwachen, oderan solchem Thun hindern? Sie vernachlässigen selbst die Chro-nologie ihrer Könige, und sprechen darüber, wenn man sie scharfbefragt, aufs Geratewohl" (s. Reinaud, „Memoire sur Finde",Paris 1849; 28, 30 und 31). Unter diesen Umständen wird manauch der Untersuchung der Fragen, die sich an die Geschichte desZuckerrohres und des Zuckers knüpfen, nur mit bescheidenen Er-wartungen näher treten dürfen.

Da das Zuckerrohr ein Erzeugnis Bengalens ist, der Gangesaber auch in den jüngeren Bestandteilen des „Rigveda" niemals er-wähnt wird, so können es die Inder zur Zeit der Abfassung jenervedischen Gesänge noch nicht gekannt haben; Max Müller setztdiese Zeit in das 15. bis 12. Jahrhundert vor Chr., Lassen (1,869 und 873), glaubt, dass dieselben während eines sehr langen,und, da die astronomischen Angaben des Vedakalenders auf dasJahr 1181 v. Chr. zutreffen, weit hinter dem Jahre 1200 v. Chr.

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