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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zweiter Abschnitt.

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die Isolierung des Samens keine genügende Vorsorge getroffenwurde; nach Krüger (a. a. 0.) gebührt daher Soltwedel, zu Sa-marang auf Java, das unbestreitbare Verdienst, in wissenschaftlichstrenger Weise nicht nur kürzlich den Samen des Zuckerrohresnachgewiesen, sondern auch Nachkommen aus demselben erzielt zuhaben. Das Rohr regelmässig zu reichlicher Samenbildung zuveranlassen, erklärt jedoch Krüger für unmöglich, auch sind diel'flänzchen aus Samen weit zarter und weniger widerstandsfähigals die aus Stecklingen; wenn demnach Basset für das Zucker-rohr eine nicht sterile Stammform annimmt, und das Vaterlandderselben ausserhalb Indiens verlegt, weil hier nur sterile Artenvorkommen, so scheinen Voraussetzung und Schlussfolgerung gleichhinfällig, und in keiner Weise geeignet, den Glauben an die in-dische Heimat des Zuckerrohres zu erschüttern.

Ebenso verhält es sich mit der Angabe Basset's, dass alleindurch das Variieren der Pflanzen aus den Samen einer nicht sterilenUrform, das Vorhandensein der zahlreichen Abarten des Zucker-rohres erklärlich sei; denn nicht nur bei anderen Kulturgewächsen,die niemals durch Samen fortgepflanzt werden (z. B. Weinstock,Kartoffel), sondern auch beim Zuckerrohre selbst, ist die Bildungneuer Abarten bei blosser Vermehrung durch Stecklinge, auf dassicherste nachgewiesen. Überhaupt giebt es wenige Kulturpflanzen,die mit dem Zuckerrohre an Variations- und infolgedessen anAkklimatisationsfähigkeit wetteifern; während es z. B. am bestenim subtropischen Klima, am Meeresufer, bei einer mittleren Jahres-temperatur von 23 — 28° gedeiht, kommt es in der gemässigtenZone bis zu 36,5° Breite, bei bloss 19,5—20° mittlerer Jahres-wärme noch fort (Humboldt, „Distrib." 157; „Nouv. Esp." III, 17und 173), wächst noch im feuchten Klima Kentuckys sowie Mäzen -derans an der Südküste des Kaspisees (Grisebach, „Veget." II,250 und 412), und steigt in den geschützten heissen HochthälernNeugranadas und Mexikos bis 2200 Meter empor (Humboldt,„Nouv. Esp." III, 175), im südlichen Dekhan bis 2500 (Ritter,„Erdkunde", Berl. 1840; IX, 253) in Kabul bis 3100 (ebd. IX,254), und am Ostabhange der Kordilleren Bolivias selbst bis3150 Meter (Grisebach, „Veget." II, 436).

Infolge dieses ausserordentlichen Anpassung«- und Verände-rungsvermögens ist auch die Menge der Spielarten des Zucker-rohres so gross, dass ihre Zahl nicht genau angegeben werdenkann, und eine strenge Klassifikation derselben unmöglich ist;Basset führt drei Gruppen mit zusammen 13 Abteilungen undetwa 50 Varietäten auf („Traite", 270), die zum grössten Teile der