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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Heimat des Zuckerrohres und der Rohzucker-Bereitung. 37

Uramineen eine grosse Anzahl wildwachsender Pflanzen giebt, dienie oder nur höchst spärlich Samen tragen, und zu diesen geradedie Nächstverwandten des Zuckerrohres in der indischen Flora ge-hören (Krüger, „Deutsche Zuckerindustrie" 1889, 1107). NachBoxburgh und Macfadyen sind in Indien, nach Schacht aufden westafrikanischen Inseln, reife Zuckerrohrsamen unbekannt(Decandolle 124): für Westindien berichten dasselbe Tussac(„Flore des Antilles", Paris 1808; I, 153) und Wray „The practica]sugar planter", Lond. 1848, 29ff.) ; welcher letztere aus eigenerlangjähriger Erfahrung bestätigt, dass es weder in Ostasien, nochin Westindien, Oceanien, oder Ägypten reifen Samen gebe, weshalbdie Erzählung Bruce's, er habe in Abessinien Zuckerrohr ausSamen ziehen gesehen (Edwards, „History of the British West-mdies" 1807; II, 240), unrichtig, und, wie so manche dieser Artauf! Missverständnis der Dolmetscher zurückzuführen sei. Rumph(„Herb.« V, 86) hat, wie es scheint nach dem Hörensagen, ange-geben, dass sich in Indien Blüten und Früchte bei mehrjährigerKultur des Zuckerrohres auf steinigem Boden bilden sollen; eine.solche Wirkung unfruchtbaren oder erschöpften Bodens ist indesunwahrscheinlich, und Macfadyen fand sie nicht bestätigt. InAmerika sah auch Humboldt niemals Früchte des Zuckerrohres;er scheint indes diesen Umstand nicht weiter beachtet zu habendvielleicht weil er bemerkte, dass auch das Bambusrohr, welchesin Indien häufig (jedoch angeblich erst im fünfzehnten Jahre)blühen soll, in Amerika trotz des üppigsten Wachstums nur äusserstselten Früchte trägt („Distrib". 205ff; Buchanan, „Journey fcoMysore« I, 189; II, 341), so dass viele sonst vortreffliche Be-obachter diese Möglichkeit ganz in Abrede stellten, und auch Hum-boldt und Bonpland selbst, hei jahrelangem Aufenthalte nurzweimal Blüten sahen, die sie mit der von Loureiro („Floracoch." 73) gegebenen Beschreibung übereinstimmend fanden.

Nach Basset („Traite theorique et pratique de la culture dela canne ä sucre", Paris 1889; 204, 231, 258) ist die Sterilitätdes Zuckerrohres keine absolute, da Bomare unter gewissen, aller-dings nicht näher bezeichneten Umständen, Samen erhalten, undihn kleinen länglich-zugespitzten Haferkömchen ähnlich befundenhaben will; auch Harrison glaubt, dass in Barbados, unter be-sonders günstigen Umständen einzelne Zuckerrohre Samen tragen,aus welchem man neue Pflanzen ziehen kann („Sugar-Cane" XXI,15; „Sucrerie Indigene" XXXIII, 554). Diese Berichte sind in-dessen sämtlich unsicher, teils weil häufig Verwechslungen mitSorghum vorgekommen sind („Sugar-Cane" XXI, 14), teils weil für