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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Die Heimat dos Zuckerrohres und der Rohzucker-Bereitung.

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gingen mit ihren Annahmen hierüber häufig irre, was, angesichtsder verwickelten Besiedelungs-Verhältnisse der neuen Welt, nichtWunder nehmen kann; infolgedessen vermutet Decandolle, dasses sich zuweilen um verwildertes Zuckerrohr gehandelt habe. DieFrage, ob Zuckerrohr thatsächlich verwildere, scheint indessen nochununtersucht zu sein; Humboldt („Essai politique sur l'ile deCuba", Paris 1826; I, 190ff.) teilt nur mit, dass das erste Zucker-rohr auf neuem Boden 20—23, zuweilen 45 Jahre andauere, undnach Rumph („Herb." V, 186) giebt es in Westindien selbst 50-jähriges Zuckerrohr; doch ist hierbei wohl das regelmässige Ab-ernten der reifen Triebe vorausgesetzt.

Auch die Gründe allgemeinerer Natur, die man für das Indi-genat des Zuckerrohres in Amerika geltend gemacht hat, sind nichtstichhaltig; so z. B. ist es zwar richtig, dass Fauna und Flora deswestlichen Nordamerikas und des östlichen Asiens, speziell Chinas,in mancher Hinsicht verwandt sind, die Ursache hiervon ist je-doch in dem, von der Geologie wahrscheinlich gemachten Zu-sammenhange dieser Ländermassen gegen Ende der Tertiärzeit zusuchen (Neumayer, „Erdgeschichte", Lpzg. 1887; II, 535), undnicht etwa in der Überführung von Pflanzen und Tieren durchwandernde Völkerstämme, wie sie noch Humboldt für wahrschein-lich hielt („Essai politique sur le royaume de la Nouvelle-Espagne",Paris 1811; II, 503). Als Zeichen einer solchen Verbindung beiderWeltteile ist namentlich das gemeinsame Vorkommen der Orange,des Bambus und des Mais hingestellt worden; die Orange hatHumboldt („Cuba" I, 68) als heimisches Gewächs Westindiensangeführt, an anderer Stelle („Nouv. Esp." III, 148) jedoch selbstausgesprochen, sie sei aus Asien dorthin gelangt; da es in ganzAmerika keine einzige einheimische Aurantiacee giebt (Grise-bach, „Abh." 229), so ist Humboldt vermutlich durch verwilderteOrangenbäume getäuscht worden (Decandolle 370). Den Bambusbetreffend hat Schröter nachgewiesen, dass unter den 56 in Indienund den 72 in Amerika heimischen Arten nur eine einzige, dergewöhnliche Bambus (B. vulgaris), beiden Ländern gemeinsam ist;angesichts der mannigfaltigen Verwendbarkeit gerade dieser Art,scheint nicht einmal die, allerdings wenig wahrscheinliche Über-tragung in historischer Zeit, vollkommen ausgeschlossen. Wasendlich den Mais anbelangt, so haben sich die angeblichen chine-sischen Nachrichten über dessen uralte Kultur bisher nicht wissen-schaftlich erweisen lassen, und die Gründe, die Becker („DieNatur" 1888, 223) zu gunsten der südasiatischen Heimat desMaises (sowie des Tabaks) anführt, werden durch die alte Litteratur

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