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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Zweiter Abschnitt..

sagt zwar Loureiro („Flora cochinchinensis", Lissabon, 1790; I,66), „canna habitat et colitur", d. h. „das Rohr wächst dort undwird dort angepflanzt", doch hat diese Nachricht keine Bestäti-gung gefunden, und entgegen ihrem ohnehin zweifelhaften Aus-drucke, versichert Bentham („Flora of Hongkong" 420), dass esfür China und seine Nebenländer keinerlei sicheren Nachweis wildenZuckerrohres gebe.

Die Behauptung Humboldt's, dass Zuckerrohr am Indus, amEuphrat, und am persischen Golfe wild wachse („De distributionegeographica plantarum", Paris 1817, 214), ist bestimmt unrichtig;dasselbe gilt betreff Wallis's, der 1767 wildes Zuckerrohr inTahiti gesehen haben will (Volz 370), und Andree's, der diesvon den Fidschi-Inseln meldet („Geographie des Welthandels",Sttgt. 1877; II, 491). Einige auf Afrika bezügliche Angaben,wonach Zuckerrohr in Tetuan (Host, „Nachrichten von Marokkound Fez", Kopenh. 1781), in der Sierra Leone (Matthewes,„Reisen in Afrika", London 1788, 39), und im Westsudan (Barth,hei Ratzel III, 269) wild wachsen soll, sind zwar nicht positivwiderlegt, aber auch nicht entscheidend bestätigt worden; sie dürfenaber für desto unwahrscheinlicher gelten, als nachgewiesenermassenin Afrika Verwechslungen des Zuckerrohres mit den dort hei-mischen, sehr ähnlichen Sorghum-Arten, häufig vorgekommen sind.

Dass das Zuckerrohr in Amerika gleichfalls endemisch sei, istin früheren Zeiten häufig behauptet worden. Ximenes sah die,1515 von Diaz de Solis entdeckten, 1535 von Mendoza er-oberten Gegenden am Ausflusse des La-Plata „mit baumhohemZuckerrohre bewachsen"; Jean de Lery berichtet 1556 dasselbevom Rio de Janeiro; Thomas Gage fand wildes Zuckerrohr 1625in Guadeloupe, Jean de Laet 1633 in St. Vincent vor, undHennepin erblickte 1680 gar die Mündungendes Mississippi „dichtmit Zuckerrohr erfüllt, das in der Sonne Zucker ausschwitzte, derwie Gummi davon herabtropfte" (Reed, „The history of sugarand sugar yielding plants", London 1866, 4; Moseley, „Abhand-lung über den Zucker", deutsch von Nöldechen, Berl. 1800).Dass alle diese, zum Teil so phantastischen Schilderungen aufFlüchtigkeit der Beobachtung oder Irrtum zurückzuführen sind,erleidet gar keinen Zweifel; nach Macfadyen (in Hooker's„Botanical Miscellany", Lond. 1830; I, 98) liegen hauptsächlichVerwechslungen mit Arundo sagittata vor, das dem Zuckerrohreganz ausserordentlich gleicht; auch betrachteten jene Geschichts-schreiber das Zuckerrohr ohne weiteres überall da als einheimischeArt, wo ihres Wissens noch keine Europäer gewesen waren, und