Die Heimat des Zuckerrohres und der Rohzucker-Bereitung. fJ3
auch da« Zuckerrohr vorzustellen, dessen Stammform in oder auden Gewässern der Ströme Bengalens und Assanis aufgesprosstsein mag; denn wie die Gramineen überhaupt besser gedeihen undrascher wachsen, wenn lebhafter Wasserzufluss stattfindet, und da-durch die Kieselernährung ihrer Blattscheiden gefördert wird, soist bei dem, mit so mächtigen Vegetations-Organen ausgestattetenZuckerrohre, das Feuchtigkeitsbedürfnis ganz besonders entwickeltGrisebach, „Veget." II, 250). An Zuckergehalt stand es ursprüng-lich wohl weit hinter dem heutigen Rohre zurück, und nähertesich dann den wilden Saccharum-Arten, die noch jetzt bloss 2 biswfej tf r entllulteu ; J enes feuchte, das üppigste Wachstum derWalder fördernde Tropenklima, ist der Erzeugung und Vermeh-rung der Zuckers nicht günstig, und eine solche konnte erst ein-treten, als das Rohr an offen gelegene Standorte verpflanzt öderdurch Fällen der Waldungen und Verminderung der Umwöl-kungen und Niederschläge, der Einwirkung des freien Sonnen-lichtes anheim gegeben wurde (ebd. II, 50).
Die Stammform des Zuckerrohres ist gegenwärtig nicht mehrbekannt, und kann auch, aus botanisch-systematischen und morpho-logischen Gründen, mit keiner der übrigen, jetzt vorkommendenbaccharum-Arten identisch gewesen sein. Ebensowenig kennt manZuckerrohr m wildem Zustande, - ein Umstand, der insoferne be-merkenswert ist, als von 67, seit etwa 2000 Jahren kultiviertenPflanzenarten, noch 56, und von 49, seit ungefähr 4000 Jahrenkultmerten, noch 81 Arten, auch wild vorkommen (DecandollerJJJj p d f Beobachtungen von Rheede („Hortus Indiens«io/öj, Kumpli („Herbarium amboinense", verfasst 1690, gedrucktAmsterdam 1747; V, 186), Roxburgh („Flora indica', Calcutta1832), Orawfurd (Jndian Archipelago* I, 475), und Aitchison(„Catalogue of Punjab and Sindh plants" 1869, 173), sowie ausden Angaben von Wallich, Royle, Ainslie, Thwaites, Miquel,Hasskarl und ßlanco (Decandolle 122Ü".), geht mit Sicherheithervor, dass in Vorder- und Hinterindien, Ceylon, den ostiudischenund ozeanischen Inseln, sowie in Neuseeland, niemals wildes Zucker-rohr gesehen worden ist. Hiermit stimmen auch die Reiseberichtevon Cook (London 1773) und Forster (London 1777, I 342 und429; „Plantae esculentae«, Berl. 1786) überein, die auf den Ge-sellschafts-, Freundschafts-, Sandwich- und Tonga-Inseln, auf derOster-Insel, und auf Tahiti, stets nur kultiviertes Rohr antrafen;dasselbe meldet Pigafetta betreif Borneos, und Magelhaens(1521) bezüglich der Ladronen (Peschel, „Geschichte des Zeit-alters der Entdeckungen", Sttgt. 1858. 635). Über Cöchiiichina
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