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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.

welche die Bewohner des Nordens den Königen Indiens zu sendenpflegten, wird ebenda, neben Fellen, Eisen, Seide, Gold und be-rauschenden Fruchtsäften, „vieler süsser Honig aus den Blumendes Himavat stammend" aufgezählt (Lassen I, 1020; II, 552 und572). Mit diesen Worten ist gemeint, dass jene Einwohner denHonig der Bienen sammelten; Bienenstöcke gänzlich auszurauben,und dadurch zu vernichten, galt jedoch als frevelhaft, und eine der88 000 Höllen der Unterwelt war eigens dazu bestimmt, die Sünderdieser Art aufzunehmen (Albiruni „India",engl. Übers, von Sachau,London 1888; I, 61).

Auf den Stamm des Sanskritwortes „madhu", ursprünglich„gequirltes", später „süss", „Süsstrank" und „Meth" bedeutend,ist das Griechische fii&v, das persische mai, das slawische med, daslitauische medus zurückzuführen; aber auch im Altcambrischen undAltirischen finden sich die Ausdrücke med und mid (Hehn 136und 137). In der gotischen Bibelübersetzung des Wulfila (318—381 n. Chr.) wird Honig durch Milith wiedergegeben, waswohl dem griechischen [telir nachgebildet ist (Geiger I, 284);für das deutsche Wort Honig, dessen Wurzel sich in allen späterenDialekten der germanischen Sprachen wiederfindet, ist nach Grimm(„Wörterbuch der deutschen Sprache" IV, 1786) kein urverwandtesStammwort bekannt; die Ableitung Kluge's („EtymologischesWörterbuch der deutschen Sprache", Strassburg 1884, 140) vomgriechischen xdwg (== Staub, Korn), wonach also Honig (etwahartgewordener?) „der Körnige" bedeuten würde, scheint mindestensfraglich. Das Wort Honig war übrigens im Deutschen ursprüng-lich ein Neutrum, und wird noch von Luther so gebraucht (Grimm);die Bezeichnung des „Honigtaues" mit „Mehltau" ist nach Benfeyauf eine Missdeutung des griechischen fillrog, welches rote Farbe,Rotbrand bedeutet, zurückzuführen (Geiger I, 279).