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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.
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Opfer. Mit Molken, Gerstenmehl, wildem Korn und Honig ver-mischt und gährend gemacht, verleiht der Sömasaft Nahrung, Ge-sundheit, Kraft, Schutz und Unsterblichkeit (ebd. I, 931 ff.), welcheEigenschaften er seinem überirdischen Ursprünge verdankt; er ist.nämlich die irdische Erscheinungsform des himmlischen Amrita(Ambrosia), das, nach indogermanischem Mythus, von dem wunder-baren Feigenbaume niederträufelt, der im dritten Himmel sprosst,und als Göttersitz gedacht wurde (Grohmann, in Weber's „In-dischen Studien" IX, 423). Eine spätere Sage (Lassen IV, 580;Kuhn 219) knüpft dessen Entstehung an die dritte Verkörperungdes Gottes Vishnu, der in Gestalt einer Schildkröte die Erdeträgt; bei dieser wurde, mittelst eines Berges als Stock und einerRiesenschlange als Strick, das Milchmeer, einer der sieben grossen,die Welt umgebenden Ozeane gequirlt, wobei, nebst vielen Anderem,der Göttertrank Amrita und der Rauschtrank Süra oder Väruni(= Tochter Varunas) zu Tage trat.
Durch den Sömatrank begeistert, verrichtete Indra seinebesten Thaten; im „Atharva-Veda" wird er angerufen („Ind. Stud."XIII, 143).
„Trinke vom Söma dir einen Rausch,
„Am Meth dich letzend, zum Rausch willkommen.
„Indra! den Leib dir, wie einen Schiffsbauch,
„Mit Meth anfülle____"
und weiterhin heisst es:
„Zur Kräftigung er sich erkor den Soma„Und trank von dem Saft drei braune Krüge,„Fasste dann mächtig den scharfen Blitzkeil„Und schlug den Erstgebornon der Schlangen."
Söma oder Haöma bezeichnet aber auch den Gott des Trankes,dessen Kultus uralt ist, und noch weit über die mythische Zeit desZoroaster oder Zarathustra hinaufreicht, welcher nach desBerosos babylonischer Geschichte, und nach gewissen von Kallis-thenes überlieferten Sternbeobachtungen um 2234 v. Chr. gesetzt.wird (Lassen I, 888), in Wirklichkeit aber wohl nur das Auf-hören des vorgeschichtlichen Zeitalters personifizieren soll (SpiegelI, 675 und 686). Er war königlichen Geschlechtes und sein VaterPöurushafpa erhielt ihn zum Sohne, weil er dem Gotte Haömareichliche Opfer des gleichnamigen süssen Pflanzensaftes darbrachte(ebd. I, 686); so berichtet das „Zendavesta", die heilige Schrift derEränier, die zwar vermutlich schon zur Zeit des alten persischenReiches abgefasst, jedoch erst nach dessen Zerstörung niederge-schrieben, und später leider so vielfach umgearbeitet wurde, dasssich das Verhältnis des jetzigen Wortlautes zur ursprünglichen