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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.
stand, dass ein jeder, der davon trinkt, ein Weiser oder ein Dichterwird"; daher gilt Blutraeth als die Quelle der Skaldenkunst. Ausdem „Alwismal" (ebd. 103) erfahren wir, dass Meth das Getränkder Heia, der Herrin der Unterwelt war; giftgemischten Meth er-wähnt das „Hyndlulied" (ebd. 137), und in „Thrymskwidha"(ebd. 95) wird von Thor, der als Freya verkleidet, seinen ge-raubten Hammer heimholen geht, berichtet: „Er ass einen Ochsen,Acht Lachse dazu, Alles süsse Geschleck, den Frauen bestimmt; DreiKufen Methes trank Sifs Gemahl." — Auch in der nordischenSage von Beowulf bezeichnet dieser Name des Helden, durchseine Bedeutung „Bienenwolf" den Bären als Honigräuber (Sim-rock, „Mythologie" 521 und 522).
Die Vorstellung, den obersten Göttervätern auch die Kräftegewaltiger Zecher zuzuschreiben, als welche der nordische Wotanund der griechische Kronos in gleicher Weise gerühmt werden,scheint eine alte indogermanische zu sein; sie ist besonders bei denIndiern und Eräniern verbreitet, welche, wie der gemeinsame Nameärya (Arier), den sich beide Völkerschaften selbst beilegen, zeigt,in besonders nahem Verwandtschaftsverhältnisse stehen, und sichnach vollzogener Trennung von den übrigen Stämmen gleicherHerkunft, noch eine Zeitlang gemeinsam entwickelten, namentlichin religiöser Hinsicht (Spiegel, „Eranische Altertumskunde"Lpzg. 1873; I, 429 und 443). Unter den göttlichen Wesen nun,deren Bildung in die Zeit des arischen Zusammenlebens zurückgeht,verdient die erste Stelle Haöma oder Söma, mit welchem Namendes Gottes aber auch der ihm dargebrachte Opfertrank, sowie diePflanze aus der man diesen bereitete, bezeichnet wurde (ebd. I,432; II, 114). Nach Kuhn („Die Herabkunft des Feuers und desGöttertrankes", Gütersloh 1886) war Söma ursprünglich der Safteines Baumes, vielleicht einer Eschenart, da die Eschen einerseitswirklich eine süsse Flüssigkeit ausschwitzen (Eschen-Manna), dienoch jetzt, z. B. in Schottland, bei gewissen althergebrachten Zere-monien die Stelle des Honigs vertritt, andererseits der griechischeName der Esche fielia, den Hesy chius ausdrücklich von {ith (Honig)ableitet, in der That eines Stammes mit flih und fielia (= süss,lieblich, bezaubernd) ist (S. 171, 121, 123). Die WeltescheYggdrasil gewinnt hierdurch erhöhte Bedeutung, und stellt sichmit dem söma-träufelnden Feigenbaume „Ilpa" der Inder in Pa-rallele; wie aus diesem der Söma, als dessen Ersatz noch in späterZeit Feigensaft dienen durfte, so stammt aus jener der Meth, dennder herabträufelnde Honigfall ist das Wasser aus dem BrunnenMimir's, mit welchem die Nomen die Weltesche begiessen, und