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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.
St
I
stocken in natura, welche in Urkunden aus den Jahren 782, 806,834 und 843, schwäbischen und fränkischen Klöstern gewährtwerden (Bessler 95; Volz 194); in Nordfrankreich und denNiederlanden war dieselbe um die nämliche Zeit von solcherWichtigkeit, dass Honig einen der vornehmsten Artikel der Märktevon St. Denis, damals der bedeutendsten Westeuropas, bildete(Hüllmann, „Das Städtewesen im Mittelalter", Bonn 1826;I, 275).
In den folgenden Jahrhunderten erscheinen Honig und Methhäufig als grundherrliche Abgaben; Kaiser Otto I. schenkte z. B.937 den Benediktinern in Magdeburg, und 932 dem Stifte inMerseburg, den Honigzehnten der benachbarten Provinzen, ebensoerwähnen die Fuldaer Annalen von 1050 und die Stiftungsurkundedes Wyschehrader Domkapitels in Prag (1070) die Honigsteuer(Bessler 95 und 198); auch in einer Urkunde Konrad III. vomJahre 1147 kommt eine Steuerleistung von 30 Sitla (Seidel)Meth, 20 Sitla gehonigtem, und 60 Sitla ungehonigtem Bier vor(Volz 151).*) In Sachsen war der Meth so reichlich vorhanden,dass man 1015 zu Meissen ein Feuer damit löschen konnte (Hüll-mann I, 275); der Mittelpunkt der deutschen Bienenzucht warindes Nürnberg. Die im Staatsbesitze befindlichen Wälder ringsum die Stadt hiessen der „Reichsbiengarten", wurden durch be-sondere, schon in Urkunden Otto III. und Heinrich II. vor demJahre 1000 nachweisbare Beamte überwacht, besassen ein eigenesZeidelgericht im Dorfe Feucht (das erst 1779 seine letzte Sitzungabhielt), und lieferten hohe Erträgnisse an Honiggeldern, Zeidel-gebühren und Gerichtskosten, die anfangs den Kaisern, später denBurggrafen zuflössen, und 1427 von diesen an die Stadt verkauftwurden (Roth, „Handelsgeschichte Nürnbergs", Lpzg. 1801; 11,333;Lotter, »Das alte Zeidelwesen der Nürnberger Reichswaldungen",Nürnbg. 1870; Bessler 105).**) '
Für den einfachen Grundbesitzer blieben indessen Bienenstöckeauch in späterer Zeit eine wertvolle Kostbarkeit, und bildeten einenvielbegehrten Bestandteil ländlichen Eigentums; bei der süddeutschenBauernhochzeit des 13. oder 14. Jahrhunderts, deren Schilderunguns in der Erzählung „von Metzis Hochzeit" (Lassberg, „Lieder-
*) Die Geistlichkeit liebte das gehonigto Bier nicht, und die Concilienvon Aachen (817), Worms (868), und Tribur (895) sprachen sich gegen das-selbe aus (Bessler 92).
**) Ähnliche Zeidelwesen kleineren Umfangea bestanden in Muskau inder Oberlausitz, in der Kurmark, in der Görlitzer Haido, und in Pommern(Bessler 99).