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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Honig.

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sündhaft angesehen; schon Porphyrius (geb. 232 n. Chr.) sagtin seiner Schrift „Über die Enthaltsamkeit", wo er über die er-laubte Gewalt spricht: „Oder glaubt ihr etwa, die Bienen sammelnihren Honig für Euch, und Wolle wachse auf den Schafen, da-mit sie Euch zu Schmuck und Schutz sei?"

Die Stämme Germaniens, dessen Reichtum an Honig undmächtigen Waben schon Plinius preist, wandten zur Zeit derAusbreitung des Christentums, der Bienenzucht erhöhte Aufmerk-samkeit zu; dies spiegelt sich in den, seit etwa 450 entstehendengermanischen Volksrechten wieder, deren Gesetzbücher, z. B. dassalische und westgotische, je ein ganzes Kapitel über das Rechtan Bienen und Bienenstöcken enthalten (Le Grand d'Aussy II,338; Bessler 91 und 112). Die Begriffe hierüber bildeten sichindes jedenfalls nur langsam aus, so dass beispielsweise der Fin-der eines von Bienen besetzten Baumes, sich anfangs, durch An-zeichnung desselben, sein Einzelbesitzrecht nur auf bestimmte Zeitwahren konnte.

In den, gegen 812 erlassenen Kapitularien Karl des Grossen(Pertz, „Monumenta Germaniae" III, 181), welche äusserst ein-gehende Verordnungen über Bewirtschaftung and Verwaltung derkaiserlichen Güter enthalten, wird auch der Bienen gedacht; wirerfahren, dass auf dem Hofe Stefanswerth 17, in Geisenweiler50 Bienenstöcke vorhanden waren, dass Ingelheim und Lorsch*)Hauptplätze der Bienenzucht bildeten, dass Honig und Wachsreichlich bereitet, und nebst Meth und Honigwein regelmässig anden Hof abgeliefert werden mussten (Bessler 173; Volz, „Bei-träge zur Kulturgeschichte", Lpzg. 1852,176). Der Abt Theodemarmeldet dem Kaiser, dass er den Mönchen während der HeuernteHonigwein reichen lasse, wie denn überhaupt die königlichen Güteran viele Klöster Honig und Wachs verabfolgten; Ludwig derDeutsche befiehlt 853, dem Bischof Gosbert auf seinen Kirchen-visitationsreisen 20 Eimer Meth und 20 Eimer Honigwein zurVerfügung zu stellen; Karl der Kahle sichert den Klöstern noch862 die Fortdauer aller derartigen Lieferungen zu, und das Dekretbemerkt, dass der Honig zur Anfertigung von Kuchen und Back-werk bestimmt sei (Le Grand d'Aussy II, 205 und 271). DieBedeutung der Bienenzucht auch in Süddeutschland, beweisen dievielen Zinse von Honig und Wachs, und die Zehnten von Bienen-

*) Der sogenannte Lorschor „Bienensegen", ein abergläubischer Heil-spruch aus dem 9. Jahrhundert, ist eines der kulturgeschichtlich und sprach-lich merkwürdigsten Dokumente dieser Zeit.