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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.

nicht zugänglich seien (V, 10), und den Bewohnern jener weitenLandstriche, die unter dem Sammelnamen Skythen zusammen-gefasst wurden, schreiben alle Berichterstatter die Kunst der Meth-bereitung aus Honig, als eine besondere, sozusagen nationale, zu(Hehn 136). In der That bildeten die Abhänge der Gebirge imeuropäischen Südosten noch in historischer Zeit eine einzige un-unterbrochene Lindenwaldung, an deren grossem Honigertrag dieerobernden Slawen sich erfreuten; auch bei den Hunnen rühmtPriskus, der 448 mit einer griechischen Gesandtschaft auf demWege zu Attila Pannonien durchzog, den Reichtum an Meth(Hehn 129).

Die Zeit der Entfaltung des Christentums war dem Auf-schwünge der Bienenzucht in hohem Masse förderlich; Honig undWachs, als Erzeugnisse des reinen aus dem Paradiese gekommenenGeschöpfes, das auch hinieden ein lauteres unschuldiges Lebenführt, wurden zu geheiligten, für den Gottesdienst geeigneten Gegen-ständen (Bessler 7 ff.). In altchristlichen Legenden wird dieBiene, vermutlich auf Grund ihres Heimatsinnes, zum Symbol derunsterblichen, zum Himmel rückkehrenden Seele, — deutsche Sagenberichten noch, dass diese zuweilen in Bienengestalt dem Körpervon Schlafenden entschwebt —, und mit Honigwaben und Fischensollen deshalb die Apostel den Heiland nach der Auferstehungbewirtet haben; ein altchristlicher Brauch war es, zu OsternMilch und Honig in den heiligen Kelch zu giessen, um damit dieWiedergeburt des Getauften zu bezeichnen; die Eingeweihten be-netzten ihre Hände mit Honig, um damit ihre Reinheit von allemBösen anzudeuten; ein gemeinsamer Honigtrunk galt als Zeichender Verbrüderung, — ein Brauch, der sich besonders in der sla-wischen Vorstellung erhalten hat, dass Menschen, die zu einer be-stimmten Festzeit zusammen ein gewisses Honiggericht gemessen,dadurch Verwandte und Angehörige derselben Hausgenossenschaftwerden (Lippert II, 141). Auch erzählt die Legende, dass GottI den Bienen beim Auszuge aus dem Paradiese seinen Segen ge-schenkt habe, und dass deshalb ohne Wachs keine Messe zu singensei; so gelangten die Wachskerzen zu hohem Werte für denchristlichen Kultus, und gerieten in den Ruf, besondere Kraftwider die bösen und höllischen Geister zu besitzen; das Wachsgalt hierbei, seines jungfräulichen Ursprungs wegen, als Symboldes Leibes Christi, der Docht als das seines körperlichen sterb-lichen Teiles, das Licht als das der Person des göttlichen Er-lösers selbst (Bessler 93). Bienen zu töten, oder sie durch völ-ligen Raub ihrer Vorräte dem Untergange preiszugeben, wurde für