Der Honig.
17
Grabinschrift den Osiris: „er gewähre den Toten Opfer, bestehendin Tausenden von Stieren, Tausenden von Gänsen*), Tausenden vongöttlichen Weihrauchkörnern, Tausenden von Krügen Wein, Tausen-den von Krügen Milch, in allen guten und reinen, und in allensüssen Gegenständen."
Den heiligen Tieren, z. B. den Krokodilen, wurde, wie Diodor(I, 84) und Strabo (XVII, 1, 38) erzählen, neben Gänsefleischauch Honigbackwerk, Honigkuchen, und Honigmeth verabreicht,welche Gebräuche auf ein sehr hohes Alter der Kunst Honig zusammeln und zu bereiten, vielleicht auch der Kunst Bienen zuzüchten, schliessen lassen; sicher ist es, dass Darstellungen, diebis ins vierte vorchristliche Jahrtausend zurückreichen, die Ab-bildungen von Honigbienen deutlich erkennen lassen (Bessler 10 und13), und einige Forscher haben daraufhin sogar angenommen, dassÄgypten die Heimat der Biene und der Bienenwirtschaft sei, unddass sich diese von hier aus nach Griechenland verbreitet habe;die Bezeichnung der besten Bienen- und Honigsorten mit demNamen „cecropische" soll diese Vermutung bestätigen, da Cecropsaus Sais als der Ansiedler betrachtet wird, der um 1500 v. Chr.Griechenland mit der Kultur und dem Ackerbaue Ägyptens be-kannt machte (Bessler 12).
Auch in der ägyptischen Medizin war der Honig von grosserBedeutung; der Papyrus Ebers „Buch der Bereitung der Arz-neien", welcher um 1750 v. Chr. niedergeschrieben, und nochfrüher abgefasst ist, sowie der durch Chabas undBrugsch bekanntgemachte Papyrus von 1350 v. Chr., enthalten zahlreiche Rezepte,in denen Pflanzensäfte, Milch, Bier, Honig und Palmwein vorherr-schen (Haeser, „Lehrbuch der Geschichte der Medizin", Jena1875; I, 48). Gegen gewisse Leiden wurde Honig allein ver-ordnet, gegen andere, besonders gegen Augenkrankheiten, Honigin Verbindung mit Galle, Seesalz, allerlei Kräutern, sowie Palm-wein, Dattelwein und Dattelhonig (Woenig, „Die Pflanzen imalten Ägypten", Leipzig 1886, 311,, 374ff., 393). Von der Berei-tung des Bieres und Palmweins in Ägypten erzählt auch Herodot(II, 77); Palmwein galt für so kostbar, dass er nur beim Ein-balsamieren der Leichen der Vornehmen Anwendung fand (ebd.II, 86), und dass die Bewohner von Elephantine dem ErobererKambyses ein Fass davon als Huldigungsgeschenk darbrachten(ebd. III, 20). Plihius (XIII, 6) und Dioskorides („Mat. Med."I, 149; V, 40) erwähnen ihn noch als Seltenheit.
*) Über die Vorliebe der Ägypter für Gänse s. Herodot (II, 38) undDiodor (I, 70).
Lippraann, Goachiohte den Zuckers. ™