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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Erster Abschnitt. Zur Vorgschichte des Zuckers.

und ähnliche Schmause die Preise aller feinen Esswaren derartigin die Höhe, dass Cäsar sich bewogen fand, entsprechende gesetz-liche Bestimmungen zu erlassen (Mommsen III, 519). Seineweiteste Ausbildung erfuhr indessen der Tafelluxus bekanntlicherst zur Kaiserzeit; Kuchen-, Pasteten- und Honigkuchenbäckerbildeten Zünfte, und waren in allen Strassen anzutreffen, und dieAnfertigung schöngeformten Backwerkes wurde eine lohnende undreich bezahlte Kunst (Martial XIII, 68). Mostsyrup und Mehl,einst die Bestandteile des Opferkuchens, genügten nur mehr alsMastfutter für Geflügel (ebd. XIII, 62).

Auch zum Einmachen von Früchten diente der Honig, undverdrängte so den ursprünglich hierzu gebrauchten Most (PliniusXIV, 3); besonders beliebt waren Quitten (melimela = Honigäpfel),die nach Varro („Landbau" I, 59, 1), Horaz („Satiren" II, 8, 31)und Plinius (XV, 18) in Honig, oder Most und Honig eingekochtwurden, und zur Kaiserzeit namentlich aus Spanien nach Rom ge-langten. Doch verstand man auch andere Früchte aller Art inHonig einzulegen, und Columella (XII, 45), sowie das Kochbuchdes Apicius Cölius („Ars coquinaria" I, 20) geben hierzu aus-führliche Anleitung. Zu den Mischungen von Most und Honigwurden besonders die edlen, sehr süssen Weinsorten Griechenlandsverwandt; auch dort diente übrigens der eingedickte Most ursprüng-lich als Ersatzmittel des kostbaren Honigs: „Nicht Mostsyrup, nein,träufle gelind ihm gleich Honig hinab in das Herzlein," sagtAristophanes („Wespen* v. 891).

Die Kenntnis der konservierenden Eigenschaften des Honigsist vermutlich vom Oriente ausgegangen; Herodot (geb. 484 v.Chr.) berichtet, dass die Perser und Babylonier die LeichnameVornehmer mit Honig und Wachs zu überziehen pflegten (I, 140und 198), und nach Xenophon wurde die Leiche des KönigsAgesipolis von Sparta, nach Diodor die des Königs Agesilaus,auf diese orientalische Weise konserviert, in die Heimat zurück-gebracht (s. Strabo XVI, 1, 20). Die Ägypter kannten diesenGebrauch gleichfalls, und der arabische Arzt Abdallatif erzähltsogar, dass noch zur Zeit seiner Anwesenheit in diesem Lande(um 1200), solche, in Honig konservierte und wohlerhaltene alt-ägyptische Leichen gefunden worden seien („Relation de l'Egypte",ed. Sacy, Paris 1810, 199). Herodot meldet (II, 40), dass auchdie Körper der geopferten Stiere mit Spezereien und Honig gefülltwurden, wie denn letzterer überhaupt bei Kulthandlungen undreligiösen Ceremonien eine Rolle spielte, z. B. bei den Totenopfern;nach Lieblein („Ägyptische Denkmäler" 1873, 17) bittet eine