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Der Honig.
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„Du, nimm dir anderen Honig, Freund! Ich rate dir,Der kostet vier Obole, spare den attischen!"
heisst es im „Frieden" des Aristophanes, v. 252.
Den Honig Sardiniens schildert Dioskorides („De materiamedica" II, 102) als bitter, weil dort viel Absynth wachse; auchgedenkt er, ebenso wie Plinius (XXI, 44 und 45) und Strabo(XII, 3, 18) des giftigen Honigs aus dem Pontus, den schon Xeno-phons „ Anabasis" (IV, 8) erwähnt, und erklärt diese Eigenschaftaus dem Vorhandensein giftiger Gewächse; in der That wird diese,auch neuerdings in derselben Gegend (sowie im Kaukasus und in1 'ennsylvanien) beobachtete Erscheinung, dem reichlichen Auftretendes Stechapfels (Datura stramonium) zur Last gelegt, dessen starkduftende Blüten die Bienen fleissig zu besuchen pflegen (Flückiger,„Pharmaceutische Chemie" Berlin 1888; II, 272).
Bei den Römern war ursprünglich der Honig sehr kostbar, !und auch sein Ersatzmittel, der eingekochte Most, anfangs soselten, dass noch von Romulus berichtet wird, er habe aus Mangelan Wein mit Milch opfern müssen (Plinius XIV, 14); dem Mostewurde heilende Kraft beigelegt, und man feierte schon in derältesten Zeit das Most- oder Heilfest, „Meditrinalia" genannt(Mommsen I, 165); auch diente er bei religiösen Ceremonien,z. B. zur Herstellung des Hochzeitskuchens, der nach Cato („Land-bau", 21), dem altväterlichen Ritual gemäss, aus Weizenmehl»Anis, Kümmel, Schmalz, Käse, Lorbeerblättern und Mostsyrup be-reitet werden musste.
Die ersten Bäcker- und Kuchenläden in Rom entstanden 171v. Chr. (Mommsen I, 885) unter griechischem Einflüsse, wie diesdie aus dem Griechischen entlehnten Namen für Teig, Lecker-gerichte und Kuchen beweisen (ebd. I, 200); Cato (um 60 v. Chr.)erwähnt schon zahlreiche Arten derselben, Spritz-, Streusel- undToplkuchen, sowie verschiedene Brezeln. Zu Cäsars Zeit war dieSucht nach Tafelgenüssen bereits eine allgemeine geworden;Vejanus, ein kleiner Bienenzüchter, verkaufte nach Varro vonseinem, nicht mehr als 1 Morgen grossen Thymiangärtchen beiFalerii, jährlich Honig für 10000 Sesterzen (mindestens = 2500 M.);der Naschmarkt (forum cupedinis), wo nach Varro (III, 16) Honig,Blumen und Früchte feilgehalten wurden, spielte eine Hauptrolleim städtischen Leben (Mommsen III, 503); Cicero („de officiis" L42) erklärt alle Geschäftszweige, die der Schlemmerei in die Handarbeiten, als unehrenhaft; Macrobius (III, 13) führt den Speise-zettel einer Festmahlzeit des Pontifices auf, mit zahlreichem Kuchenund Backwerk, und nach Varro („Landbau" III, 2, 16) trieben solche