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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.

hohem Ansehen steht der aus Thymian bereitete, denn er ist gold-gelb, gesteht nicht, und lässt sich in dünne Fäden ausziehen(ebd. 11, 13 und 15).

Wir sehen also, dass die Kenntnisse über Bienen und Honigim ganzen recht notdürftig waren, obwohl, nach dem Berichte desPlinius (XI, 9) allein Aristomachos 58 Jahre hindurch dasLeben der Bienen studiert haben soll; Dioskorides, der grossegriechische Zeitgenosse des Plinius, weiss über diesen Gegenstandnicht mehr als Aristoteles und Theophrast, und ebenso ärm-lich ist das wenige, worüber Columella (IX, 2) und, in vielspäterer Zeit, Palladius (I, 36) berichten.

Was die Anwendung des Honigs zur Bereitung von Speisenbetrifft, so findet sich ein Gebäck aus Mohn, Sesam und Lein-körnern mit Honig schon in einem Fragmente des griechischenLyrikers Alkman, der im 7. Jahrhundert vor Chr. lebte, erwähnt(Hehn, 144); geröstete Mohnkörner mit Honig führt auch Pli-nius als ein Lieblingsgericht der Vorzeit an („Hist. nat." XIV, 53) rund Horaz (65—8 v. Chr.) erwähnt es in seinem Briefe an diePisonen. Zur Zeit des Aristophanes (geb. 444 v. Chr.) warder Gebrauch des Honigs in Athen ein allgemeiner, und das Ge-werbe der Honighändler ein verbreitetes; Honigkuchen wird inden „Rittern" v. 276 als Preis für die beim Gelage am längstenZechenden genannt, Honigfladen und süsses Rahmgebäck im „ Plu-tos" v. 995ff, „Mustorten, Sesamkuchen, süsse Fladen, Honig-brod" in den „Acharnern" v. 1077, „Honigkuchen und geröstetesleckeres Nasch werk" in den „Fröschen" v. 515ff Im „Frieden"v. 243ff. wird ein Ragout aus Lauch, Zwiebeln, Käse und Honigbereitet, in den „Vögeln" v. 538 eine Sauce aus Essig, 01, Käse,Lauch, Fett und Honig. So unentbehrlich war der Honig ge-worden, dass bei der Belagerung von Sphakteria Taucher derhungernden Besatzung als notwendigste Lebensmittel Mohn- undLeinsaat mit Honig, in Schläuche geborgen, überbringen mussten(Thukydides IV, 26).

Als edelste Gattungen des Honigs galten der sizilische vonHybla, den noch Virgil („Eklogen" I, 55), Martial (VII, 88),und Strabo (VI, 2, 2) rühmen, der von Calydna, einer der cykla-dischen Inseln, der von Salamis, das Euripides („Die Troe-rinnen" v. 800) das „bienennährende Land" nennt, und der at-tische vom Hymettus (Strabo IX, 1, 23)*), der besonders hochim Preise stand:

*) Beaujour, „Commerce de la Grfece" (Paris 1800, 162) preist ihnnoch in neuerer Zeit.