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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Honig.

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I

des Orpheus nachgestellt, und hierdurch ihren Tod verursachthaben, der sie, auf der Flucht vor ihm, durch einen Schlangenbissereilte; zur Strafe verlor er seine Bienen durch Hunger und Krank-heit. Auf den Rat des Sehers Proteus versöhnte er die Götterund den Orpheus durch ein Opfer von vier Kühen und vierStieren, aus deren Fleische er dann ein neues Bienengeschlecht er-stehen sah.*) Die Verbindung zwischen Bienen und Stieren kehrtübrigens in zahlreichen Mythen wieder, und spielt auch in denMysterien des Mithras eine bedeutsame Rolle; ihre Quelle istbisher nicht sicher aufgeklärt, Bessler (S. 10) vermutet ägyp-tischen Ursprung.

Auch über die Herkunft des Honigs waren sich die Altennicht völlig klar. Aristoteles (384—322 v. Chr.) lässt in seiner„Historia naturalis* (V, 22), die Bienen nur das Wachs selbst be-reiten, den Honig aber blos sammeln, und zwar aus dem „Himmels-thau", der sich auf Zweigen, Blättern und Blüten findet. SeinSchüler Theophrast (372 — 285 v. Chr.) unterscheidet diesenHimmelstau, „der aus der Luft herabfällt, wenn die von derSonne ausgehauchten Dünste, durch die Sonne ausgekocht, wiederauf die Erde oder auf Bäume niedersinken", vom Honig der Bienen.Antiphilos sagt:

„Aber es liefert der Nektar den Bienen den köstlichen Honig,"Virgil spricht vom „Himmelsgeschenke, dem ätherischen Honig",Cornelius Celsus (25 v. Chr. bis 45 n. Chr.) lässt die BienenHonig aus Morgentau sammeln, und Seneca (2—65 n. Chr.)versichert, die Bienen verstünden es nicht Honig zu machen, son-dern suchten ihn bloss auf den Gewächsen auf, und trügen ihn heim(ep. 85). Nach Plinius (XI, 12) kommt der Honig aus der Luft,und entsteht besonders beim Aufgange der Gestirne, zumal wennder Sirius leuchtet, gegen Tagesanbruch; daher findet man beimBeginne der Morgenröte die Blätter der Bäume mit Honigthaubedeckt, und wenn auch der Honig durch die Feuchtigkeit, durchSchmutz, und durch den Saft der Blumen vielfach verändert undverdorben wird, so bringt er doch noch einen grossen Teil himm-lischer Natur mit sich. Der beste Honig ist jener, der in denGefässen der besten I Blumen verborgen war, und der von denBlättern der Eichen, Linden und Rohrpflanzen gewonnen wird; in

*) Nach des Pometius „Histoire generale des Drogues" (Paris 1735;II, 155) versuchte noch zu seiner Zeit ein französischer Landpfarrer vergeb-lich, dieses Rezept nachzuahmen, und beklagte seine getäuschten Hoffnungenin einem Buche „Traite des mouches ä miel."