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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Honig. 9

Sophokles (495 — 404 v. Chr.) schreibt im „Oedipus aufKolonos" vor, zur Versöhnung den Erinnyen zu spenden:„Nebst Wasser Honig; aber Wein gesell' ihm nicht."Im „Orestes" des Euripides (480—406 v. Chr.) sagt He-lena zu Hermione (Übersetzung von Donner, Leipzig 1876):„Dies Totenopfer nimm' zur Hand und dieses Haar;Und auf der Klytämnostra Grab, gelangst du hin,6eu8S Milch gemischt mit Honig, geuss des Weines Schaum."

Desgleichen heisst es in „Iphigenie in Tauris" v. 156:

„. . . . Ich bereite mich, ihm

Trankopfor zu woih'n, und der Toten Pokal

Auf den Rücken der Erde zu giesson,

Und die Milch bergwoidonder Kühe,

Und den heiligen Trank des Lyäos,

Und das Werk hellschwirrender Bienen, —

Was Sühnungen sind für die Töten."

In den „Bacchantinnen" v. 112 beschreibt der Dichter wie

Dionysos dahin zieht:

„Wo das Gefilde von Milch und Wein strömt, und von der BienenNektar strömt, und syrischen Weihrauch duftet",

und das Treiben der Bacchantinnen schildert er mit den Worten(v. 615):

„Die Eine nahm den Thyrsos, schlug, und traf den Fels,

Dass hellen Thaues feuchter Born dem Stein entsprang;

Die Andere stiess in grünes Erdenland den Stab,

Und einen Woinquell sandte ihr der Gott herauf;

Doch, die verlangten nach dem Trank schneeweisser Milch,

Die teilten mit der Fingerspitze nur den Grund,

Und hatten Milch in Fülle; süsser Honig troff

In Strömen aus des Thyrsos epheugrünem Stab."

Zur Anrufung der Hekate wird, wie uns bei Ovid („Meta-marphosen", 32, v. 245) erhalten ist, gleichfalls ein Opfertrankaus Milch, Honig und Blut verwendet, welcher auch (ebd. v. 262)zur Anfertigung des Zaubergebräues dient, dessen Rezept wir fastunverändert in der Hexenszene aus Shakespeares „Macbeth" (IV,1) wiederfinden. Honigkuchen (den als fisliTiü/.ia schon der demHomer zugeschriebene, aber jedenfalls aus weit späterer, vielleichterst alexandrinischer Zeit stammende „Froschmäusekrieg" anführt),erwähnt Aristophanes (geb. 444 v. Chr.) in seinen „Wolken"v. 500 als Sühnopfer für die Götter der Unterwelt, und in der„Lysistrata" v. 596 als Besänftigungsmittel für den HöllenhundCerberus, von welchem noch Appulejus im 6. Buche seines zurZeit des Kaisers Hadrian verfassten Romanes „Der goldene Esel"sagt: „Zolle ihm einen Honigkuchen, so ist seine Wut bezähmt,