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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Erster Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.

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Der Gebrauch des Honigs wird an verschiedenen Stellen er-wähnt: beim Opfer wird „gelblicher Honig dazu geschrotene hei-lige Gerste* aufgesetzt („Ilias" XI, 630); an die Bahre eines Totenstellt man „zween gehenkelte Krüge, gefüllt mit Honig und Salböl*(„Ilias« XXIII, 169; „Odyssee* XXIV, 68); Aphrodite zieht dieTöchter des Pandareos auf „mit Käs', Honigseim, und würzigemWeine* („Odyssee" XX, 68); bei der Schilderung des Zauber-trankes der Kirke („Odyssee" X, 234) meldet der Dichter:„ . . . . Gerstenmehl rührt' sie, auch Käs' und gelblichen HonigAn mit pramnischem Wein, und mischte das Mus mit Gewürzen."

Auch in übertragener Bedeutung kommt der Honig vor: DerWein heisst „der rote Honig der Traube" („Odyssee* IX, 208),und die „Ilias" (I, 249) rühmt den Nestor, „welchem die Rede sosüss wie Honig floss von der Zunge".

Auch Hesiod, der um 850 v. Chr. lebte, weiss in „Werkeund Tage" v. 232 nur zu berichten:

„Viele Nahrung gewährt die Erd'; im Gebirge die EicheTrägt hoch oben die Eicheln, und mehr zur Mitte die Bienen."In seiner „Theogonie" v. 587 und 594ff. werden zwar Bienen-körbe, Arbeitsbienen und Drohnen genannt, doch gilt die ganzeVersgruppe für später eingeschoben.

Zahlreich sind die Stellen der antiken Klassiker, welche Be-lege für die Bedeutung des Honigs bei religiösen und Kulthand-lungen liefern. Schon Homer sagt bei der Schilderung des Ein-ganges in den Hades („Odyssee" X, 517):

„ . . . . Da grab' ein Loch, zwei Euss ins Gevierte,Dies umgiesse du rings mit dem Guss für alle Verstorb'nen,Erst mit Honiggemisch, dann mit süssem Safte der Rebe,Drittens mit Wasser; darauf dann streu geschrotene Gerste."

In den „Eumeniden" des Aeschylos (525 — 456 v. Chr.)spricht Klykaemnestra zu den Erinnyen (Übersetzung von Donner,Leipzig, 1860):

„Von meiner Habe schlürftet ihr vielfältig einstWeinlose Spenden, unborauschenden Sühnetrank"

womit die älteste, ausschliesslich aus Honig und Wasser bestehendeOpfergabe an die Erinnyen gemeint ist. Ebenso schildert Atossa

in densänftigt"

,Persern" v. 592 den Trank „der die Toten mild be-

„Von unberührter Stärke weiss die Labemilch,Den Thau der Blütenfreundin, hellen Honigseim,Jungfräulich lautren Bornes frischgeschöpftes Nass,Dann, wie dem wilden Mutterstock er einst entsprang,Der alten Rebe goldnen unvermischten Trank, ....Des gelben Ölbaums düftereiche Frucht zugleich."