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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
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Der Honig.

er ebenso unentbehrlich wie Milch und Mehl (Bessler, ,Ge-schichte der Bienenzucht", Stuttg. 1886, 14ff.). Wie aus zahl-reichen Stellen der Bibel hervorgeht, ist indes unter Honig stetsnur der wilde Honig zu verstehen; erst im neuen Testamente(Matth. 3, 4; Mark. 1, 16) wird erzählt, dass Johannes derTäufer von Heuschrecken und wildem Honig lebte, woraus sichschliessen lässt, dass man in dieser Zeit auch schon anderen Honigbesass und gebrauchte, und wirklich sprechen auch Flavius Jo-seph us, sowie Philo der Essäer, Zeitgenossen Christi, zuerst vonBienenkörben (Bessler 18). Diese Unkenntnis der Bienenzuchtin relativ später Zeit ist besonders deshalb bemerkenswert, weilsich die Einführung der Bienenwirtschaft in Europa gerade aneine Sage libo-phönizischen, also semitischen Ursprunges knüpft(Hehn 98). Aristäus nämlich (nach Einigen ein Sohn des Apollound ein Zögling der brisäischen Nymphen von Keos)*), ein alterarkadischer, thessalischer und böotischer Hirtengott, den die An-siedler der Vorzeit aus Asien nach Afrika und Sardinien, und vondort nach Sizilien gebracht haben sollen, wird als Erfinder desOls und des Honigs, der Bienenzucht und der Ölpresse genannt(Cicero, „in Verrem" IV, 57; Plinius VII, 199; Diodor IV, 81).Sicherlich noch unbekannt war die Bienenzucht zur ZeitHomers, welche nach Herodot (II, 63) etwa 900 v. Chr., nachThukydides (I, 3) lange nach dem trojanischen Kriege, nachMommsen aber („Römische Geschichte", Berl. 1868; I, 134 und220) aus sprachlichen und historischen Gründen ins 10. oder 11.vorchristliche Jahrhundert zu setzen ist. So heisst es im zweitenGesänge v. 87 der „Dias" (deutsch von W. Jordan, Prankft. 1881):

« . . . . Solion strömte dio Menge zusammen;Ahnlich wie Immen der Öffnung des Baus in felsigen Steilen,Schwärmend in Scharen enteilen, in immer nicht ondenden Zeilen,Dann, zur Traube geballt, auf Blüton schwirren des Lenzes,(Hierhin fliegen im Schwärm die einen, dorthin die and'ren),Ähnlich drängten, . . . ."

ganz ebenso wie „Dias" XVI, 259 gesagt wird:

„Flugs da schwärmton sie aus, den Wespen am Wege vergleichbar,Wo sie sich Nestor gebaut, zur Seite der Strasse . . . ."

In der „Odyssee" (deutsch von W. Jordan, Frkft. 1875) wirdvon der Najadengrotte berichtet (XIII, 106):

„Nistend bauen daselbst auch ihre Waben die Bienen."

*) Eine Nymphe Brisa wurde in Thracien auch mit dem Kult desDionysos in Verbindung gebracht; sie soll den jungen Gott erzogen, undihn gelehrt haben, Honig aus Waben zu gewinnen (Bessler 6).