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Geschichte des Zuckers, seiner Darstellung und Verwendung, seit den ältesten Zeiten bis zum Beginne der Rübenzuckerfabrikation : ein Beitrag zur Kulturgeschichte
Entstehung
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Er3ter Abschnitt. Zur Vorgeschichte des Zuckers.

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den Adrast die schmausenden Helden mit einem Tranke ausWasser und neuem Honig bewirten; Orpheus, welcher späterenZeiten als erster Verkünder der religiösen Geheimlehre gilt, heisstin einem fragmentarisch erhaltenen Gedichte (ed. Herrmann 500,No. 49) die Nacht dem Zeus raten, er möge seinen Vater Kronosüberwältigen, wenn er honigberauscht unter den Eichen liege.Noch Homer gebraucht für „Speise und Trank" ebenso häufigdie Worte „altog xcä, olvog" wie „alrog neu fti&v", und Plutarch(50—120 n. Chr.) sagt in seinen „Tischreden" (IV, 5) sogar aus-drücklich: „Ehe man den Weinstock kennen lernte, bediente mansich des Honigs, sowohl zum Getränk als zu Trankopfern, undauch jetzt noch trinken die Barbaren, die keinen Weinbau haben,eine Art von Honigtrank, indem sie die gar zu grosse Süssigkeitdurch Wurzeln von herbem und weinartigem Geschmack zu lin-dern suchen." Auch Aristoteles („de mirab. auscult." 22.) erzählt,dass die Taulantier, oder Taulantiner, ein illyrisches Volk, ausHonig Wein zu machen verstanden, und dass diese Kunst inGriechenland einst einigen bekannt gewesen, später aber verlorengegangen sei (s. Strabo IV", 6, 9).

In den semitischen Sprachen ist, nach Geiger (II, 164 ff.),der Begriff Honig zweifellos aus dem des Fruchtsaftes abzuleiten,und die Kenntnis des Honigs ist eine uralte. In den biblischenSchriften wird der Honig häufig erwähnt, und zum Gegenstandebildlicher Redensarten gemacht; auffällig ist es, dass als Musterdes Fleisses stets nur die Ameisen aufgestellt, die Bienen aberzumeist dem Feinde verglichen werden (Deut. 1, 44; Jes. 7, 15;Ps. 118, 12): Die Amoriter verfolgen wie die Bienen, die Heidenumzingeln das Heer gleich einem Bienenschwärme. Nur das BuchSirach nennt die Biene „ein kleines Vögelein, das die allersüssesteFrucht giebt*; diese süsse Frucht galt als Symbol höchsten Ge-nusses, und ein Land, „wo Milch und Honig fliesst", — eine Rede-wendung, die in der Bibel 21 mal wiederkehrt—, war der Gegen-stand göttlicher Verheissung. Der Dichter des hohen Liedes ver-gleicht Lippen und Zunge seiner Geliebten mit Honig, und in denSprichwörtern Salomos wird der massige Genuss des Honigs em-pfohlen. Jakob sendet Honig als Geschenk an den ägyptischenStatthalter (1. Mos. 43, 11), und die Gemahlin des Jerobeam anden Propheten Ahia, den sie um das Schicksal ihres todkrankenSohnes befragt (1. Kön. 14, 3); Honig war die erste Nahrungdes neugeborenen Kindes (Jes. 7, 15 und 22), wurde willkommenenGästen vorgesetzt (Luc. 24, 42) und diente als wertvoller Handels-und Tauschartikel (Hesekiel 27, 17); in vornehmen Häusern war

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