Weitere Dispositionen des Grafen Edmund von Hat/.feldt. 305
dieses Abkommen ein Kapitalvermögen von 200,000 Thlr. erhielt.Endlich schenkte Graf Edmund dem Grafen Paul 1863 nocheine Summe von 8500 Thlm., welche ebenfalls auf Kavicz einge-tragen wurde.
Durch die Schuldenlast genöthigt, verkaufte Graf Edmund18G6 die Herrschaft Kavicz für 406,000 Thlr. Von dem Kauf-preise blieben dem Grafen nach Abrechnung der Hypotheken,sowie nach Eintragung des der Gräfin von Nessel rode nochschuldigen Restbetrages von deren dos mit 40,000 Thlr. noch ca.60,000 Thlr. übrig. Damit kaufte er vom Grafen Dabsky dasLehngut Skalizka in Mähren für 95,000 Gulden, verkaufte aberschon dasselbe nach zwei Jahren an den Verkäufer mit einem Ver-luste von 30,000 Gulden zurück. Die ihm bleibende Restsummelegte er nicht wieder in Grundstücken, sondern in Werthpapierenan, welche bei dem Hankhause M. A. v. Rothschild und Söhnendeponirt und daselbst von dem Grafen Edmund während seinesAufenthaltes zu Frankfurt a. M. 1S69 und 1870 nach und nacherhoben wurden, bis auf einen geringen Rest, welchen die beidenErben erhalten haben.
§5.
Der Hatzfeldt'scke Familienschluss vom 27 März 1868.
Nachdem es dem Grafen Alfred von Hatzfeldt in Folgeverschiedener günstiger Umstände, wozu insbesondere die imJahre 1859 seiner Gemahlin geb. Gräfin Dietrichstein ange-fallene sehr bedeutende Erbschaft eines Theiles der fürstlichDietrichsteinschen Güter zählt, gelungen war, die aus dem Ab-schlüsse der am 27 August 1854 beurkundeten Verträge für ihnentstandenen Schwierigkeiten zu überwinden, knüpfte derselbe,in voller Uebereinstimniung mit den Wünschen seines Vaters, mitdem Haupte der Werther-Schönstein'schen Linie, dem FürstenHermann von Hatzfeldt zu Trachenberg, Verhandlungen an,um die hinsichtlich des Fideikommissvermögens zwischen derWeissweiler'schen und Schönstein'schen Linie obwaltenden Strei-tigkeiten im Wege eines Familienschlusses definitiv beizulegen.Dieser Zweck wurde am 27 März 1868 nach jahrelangen Verhand-lungen mit den verschiedenen Agnaten, Gerichten und sonstigenBehörden glücklich erreicht.
H. Schulze, Aus der Praxis. 20