304 Geschichtliche Thatsachen.
er demselben dieses Mehr vermöge seiner autonomischenBefugnisse zufolge des Gesetzes vom 21. Januar 1837ebenfalls als Voraus und unter Befreiung von allerund jeder Kollationsverbindlichkeit und Beschrän-kung durch den Pf lieh tt heil schenke.«
Der Vater Graf Edmund hatte durch diese Vereinbarungeneine klare und sichere Basis seiner Vermögensverhältnisse gewon-nen, ohne von seinen Revenuen etwas einzubüssen ; Graf Alfred,der Sohn, hatte durch die Erwerbung von Kalkum zwar einengrossen Grundbesitz erhalten, allein auch bedeutende Lasten sichaufgebürdet, welche in ungünstigen Jahren ihn in grosse Verlegen-heit hätten setzen können. Graf Alfred war sich des aleatorischenCharakters dieses Geschäftes so wohl bewusst, dass er erst, nachernsten Erwägungen und gewissermassen durch die Nothlage derVerhältnisse gezwungen, sich bereit erklärte, die in jenem Ge-schäfte liegenden Gefahren zu übernehmen, »um endlich Friedenund Eintracht und damit die erste Basis zur Rettung des gefährde-ten Hauses zu gewinnen.«
§4.Weitere Dispositionen des Grafen Edmund von Hatzfeldt.
Der zur Abtragung der Schulden von Kavicz bestimmte Theildes Kaufpreises für Kalkum wurde für diesen Zweck nicht ver-wendet , sondern anderweitig verausgabt. Zur Auszahlung desKaufpreisrestes für Kavicz mussten daher neue Schulden auf Kaviczaufgenommen werden , wodurch Kavicz bald nach der Erwerbungmit neuen Hypotheken belastet wurde. Ausserdem liess GrafEdmund auf Grund eines am 8 Juni 1860 vor der königlichenKreisgerichts-Deputation zu Trachenberg errichteten Schenkungs-vertrages eine Summe von 100,000 Thlr. zu Gunsten seines nach-geborenen Sohnes, des Grafen Paul von Hatzfeldt, hypothe-karisch auf die Besitzung Kavicz eintragen. Nach diesem unterKonkurrenz des Fürsten Hermann von Hatzfeldt, als Bevoll-mächtigten der Gräfin Sophie von Hatzfeldt und des GrafenPaul abgeschlossenen Schenkungsvertrages, erhielt letzterer vonseiner Mutter 100,000 Thlr. aus deren auf Kalkum haftenden For-derung geschenkt, während ihm Graf Edmund dieselbe Summeschenkte und auf Kavicz sicher stellte, so dass Graf Paul durch