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Aus der Praxis des Staats- und Privatrechts
Entstehung
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Die iStaatssuccession unter der zweiten Dynastie (den falschen Burgunden). ] $7

sei*). Soviel steht fest, dass Jöäo 1 sicli die allgemeine Anerkenn-ung, endlich selbst von Seite Kastiliens, zu verschaffen wusste undals Gründer einer neuen portugiesischen Dynastie angesehenwurde. Nie hat er ein E r br e c h t in Anspruch genommen, sondernals der Erste seines Stammes gründete er sein Rechtnur auf die Wahl der Knites.

Sousa de Macedo fasst die rechtliche Stellung dieser neuenDynastie in folgenden Worten treffend zusammen :

»Series regni primi Alfoiisi et tertii expiravit in Rege Ferdi-nande), per cujus obitum vacasse coronam fuit judicatum ideoquenoviter electus Johannes, in quo licet antiquum regnumcontinuatum fuerit cum an tiquis legibus et qualitatibus,nova tarnen ineepit suc cessio in nova 1 inea«**).

Obwohl mit Joäo 1 eine neue Dynastie beginnt, so gelten dochunter ihr dieselben Successionsgrundsätze unverändert fort; dennsie ruhen auf Reichsgruudgesetz,en und sind von der Existenz einerbestimmten Dynastie unabhängig. In dem Testamente Joiio's Iist der Grundsatz des Repräsentationsrechts der Linien mit vollerKlarheit ausgesprochen.

Auf die glorreiche Regierung Joäo's I (13851183) folgte seinältester überlebender Sohn Duarte (14331488); auf Duartefolgte dessen Erstgeborner Affonso V (14381481) ; auf Affonso Vabermals sein ältester überlebender Sohn Joäo II (14811495),welcher ohne Hinterlassung legitimer Erben starb. Es wurde so-mit eine Erbfolge in der Seitenlinie nothwendig. 1 )a der KönigJoäo II nach dem Tode seines Sohnes Affonso weder eheliche Des-cendenten noch Geschwister hatte, so hätte nach seinem Tode aber-mals eine Wahl durch die Kortes eintreten müssen, da entferntereSeitenverwandte grundgcsetzlich nur durch die Wahl der Stände

*) In derselben Weise begründet Joseph deMoll« Fr ei rein seiner Geschichtedes portugiesischen Hechts die Rechtmässigkeit der Wahl Joäos ]: »Comitiis Conimbri-oensibus Joannes Avisiensis magister fuit jure raeritoque electus: quia scilicet Ferdi-nandns rex sine liberis et cognatis, qui ei possent succedere, diem obivit suum. NamHeatrix illius iilia, cum nxor t'astellae regis esset, ipsa lege regni fundamental! cx-cludebatur. Johannes et Dionysius , vel ut nothi Petri lilii ex Agnete a Castro sus-cepti vel ut perduelles, qui cum Joanne Castellae rege et ejus parente Henri«) nonsemel in Portugalliac llnes populabundi excurrcrant, non poterant ejus regni, qnodtot damnis compleverant, sucecssionem adipisci. Vacuuin igitur regnumerat« etc.

**) Sousa de Macedo Lusitania liberata n. 28 p. 225.