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Aus der Praxis des Staats- und Privatrechts
Entstehung
Seite
186
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] Dio portugiesische Thronfolge,

tilien Succesionsanspmche und suchte dieselben sogar mit Waffen-gewalt durchzusetzen. Gegen eine derartige Vereinigung mit derKrone von Kastilien sprach sich aber das portugiesische National-gefiihl lebhaft aus und das Volk erhob sich zur Verteidigung seinerUnabhängigkeit. Kastilien konnte seine Ansprüche nicht durch-setzen, die Kort es erklärten den Thron für erledigt undwählten den Ordenstneister von Avis, Joäo, einen Bastard Pedro's I,zum König. Ein berühmter Jurist, ein Schüler des Bartolus undBaldus; das Orakel der Rechtskunde in Portugal, Joäo das Regräs,führte die Berechtigung der Kortes zu einer solchen Neuwahl aus,indem er zeigte:

1) dass Beatriz auf den Thron nicht folgen könnte, weil siekeine rechtmässige Tochter des Fernando, vielmehr von ihm imEhebruch gezeugt wäre, indem ihre Mutter Leonore zur Zeit ihrerGeburt mit ihrem ersten Gemahl de jure noch vermählt gewesenwäre;

2) dass, wenn auch gleich Beatriz und ihre künftigen Kinderrechte Erben der Krone Portugal wären, doch ihr Gemahl, derKönig von Kastilien, nichts zu prätendiren hätte; er habe vielmehrden Ehepakten geradezu zuwider gehandelt, indem er nicht er-wartet, bis er einen Sohn mit Beatriz erzeugt, sondern Portugal mitGewalt der Waffen angegriffen, ehe er noch ein Hecht darauf ge-habt habe.

Der letzte König hatte aber noch zwei Stiefbrüder hinterlassen,Söhne Pedro's 1 und der Igncz de Kastro, die Infanten Joäo undDiniz. In Ermangelung successionsfähiger Nachkommenschaftwären diese die rechten Erben gewesen. Deren Ansprüche ent-kräftete der gelehrte Jurist durch den Nachweis, dass ihre Elternniemals eine rechtmässige Ehe geschlossen hätten, noch wegen zunaher Verwandtschaft hätten schliessen können, dass Joäo undDiniz nicht allein kein Erbrecht auf den Thron, sondern nicht ein-mal auf das väterliche Vermögen hätten. Somit sei in Ermangelungsuccessionsfähiger Erben der Thron erledigt und die Stände be-rechtigt, eine Neuwahl vorzunehmen.

Der portugiesische Jurist Sousa de Macedo sucht in seinerStaatsschrift »Lusitania liberata« die volle llechtmässigkeit diesesWahlakts daxzuthun und diess besonders durch den Beweis zu be-gründen, dass durch den Tod Fernando's der Thron erledigt worden