184 Die portugiesische Thronfolge.
Auf Affonso II folgte sein erstgeborner Sohn Sancho II (1223bis 1245). Sanclio II war kinderlos. Nach den Reichsgesetzenwar daher sein ältester Bruder der nächste Erbe. In der päpst-lichen Bulle, in welcher Sancho II der Regierung entsetzt und seinBruder Affonso 111 zum Regenten bestimmt wurde, ward ausdrück-lieh das Successiousrecht des letztern anerkannt: »qui eitlem regi,si absque legitimo decederet filio, j ure Regni succederet«.
Sancho II selbst konnte nicht umhin, das Successiousrechtseines ältesten Bruders anzuerkennen; schon in seinem ersten Tes-tamente, von dem wir die Zeit der Abfassung nicht kennen, er-nannte er ihn in Ermangelung legitimer Descendenz zu seinemNachfolger:
»Et si filium legitimum vel filiam legitimam non habuero, mandoquod frater meus Infans D. Alphonsus liabeat uieumRegnum integreet in pace.«
Ausführlicher ist sein späteres Testament, worin die Grundsätzeder lamegischcn Gesetze aufs klarste bestätigt werden :
»Impriinis mando, quod si ego habuero filios de muliere legi-tima, major corum habeat mcum Reguum integre et in pace. Et sifilios masculos non habuero de muliere legitima et habuero intlefilias, major earum habeat meum regnum integre et in pace. Et sifilium legitimum vel filiam legitimam non babuero, mando quodFrater meus D. Alfonsus habeat meum regnum integre et in pace ;et si ipse mortuus fuerit sine filio legitimo vel sine filia legitima,mando quod Frater meus Infans 1). Femandus habeat meum Regnumintegre et in pace ; et si ipse mortuus fuerit sine filio legitimo velsine filia legitima, mando quod Soror mea Infans D. Lianor liabeatmeum Regnum integre et in pace.«
Da Sancho II kinderlos blieb, folgte ihm in der That seinältester Bruder Affonso III (sogar ohne seinen Tod abzuwarten).
Niemand konnte Affonso's Succcssionsrecht bestreiten, das-selbe war aber, nach der ausdrücklichen Bestimmung der Gesetzevon Lamego, nur ein persönliches; Affonso's Descendenz konntegesetzlich nur durch eine Neuwahl der Stände auf den Thronkommen. Die Erbfolge hätte somit unter den Söhnen Affonso'szweifelhaft werden können, da hier das Recht der Erstgeburt nichtden Ausschlag gab. Um solchen Zweifeln vorzubeugen, bezeichneteAffonso 111 schon bei seinen Lebzeiten seinen ältesten Sohn Dinizals Thronfolger »filius primogenitus et haeres« und Hess ihm als