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Aus der Praxis des Staats- und Privatrechts
Entstehung
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113
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III. Rechtliche Erörterung. ] ] 3

deren zeig solte und nach solches ableiben auf dessen Ersten SohnsSoh fallen solle und also jed zeit (damit dass Majorat um sovielaufrichter erhalten werden möchte, welches vor allem zu beobach-ten ist) von dem Vatter auf den Sohn falle und geht vornemlichmeine intention dahin, dass dieses Majorat, so lange ein Mansserbevon offt besagt meines Herrn Vetters Theodori Hui vorhanden, beiihnen verbleiben solle.«

So weit geht die Feststellung des allgemeinen Principe; nunfolgt die Erläuterung desselben durch Entscheidung einzelnerfingirter Erbfälle, zunächst im Theodoiisehen Mannsstamme :

»und zwar wan eine von meines Herrn Vetters Theodori Sohnslinia absterben würde, solle solches majorat von dess abgestor-benen, welch de Eltiste seiner lini und possessor dessen gewest,auf den Eltisten und seinen nechstcn befreundeten«-----------fallen.

Der Stifter fingirt also hier, dass Theodor Söhne gehabt habeund dass von diesen Söhnen wieder Linien ausgegangen seien.Seine Vorstellungsweise wird durch folgende Tafel erläutert:

Theodor

IF

IG H

Das Fideikommiss ist im vorliegenden Falle vom Theodor aufden A, vom A auf den D, vom D auf den G, also immer vomVater auf den Sohn, gefallen, nun ist auch E als letzter Be-sitzer gestorben und also der Fall eingetreten, dass eine von Theo-dors Sohneslinien, nemlich die Linie des A, abgestorben ist. Derletzte Besitzer E ist »der Eltiste seiner Lini« gewesen, d. h.der Aelteste, nicht nach den Grundsätzen des Seniorats, auch nichtnach denen des Majorats, sondern der Aelteste nach den Grund-sätzen der Linealfolge, also der Repräsentant der ältesten Linie,der Primogenitus. Ist nun die ganze Sohneslinie des A abgegangen,so fällt das Majorat wieder auf den »Eltisten«, d. h. nicht etwaauf den Agnaten, welcher unter den, dem letzten Besitzer demGrade nach nächsten Verwandten der »Eltiste« ist, sondern aufden Repräsentanten der ältesten Linie, wie es konse-quentermassen verstanden werden muss; also wäre B todt, so würde

H. Schulze , Aus der Praxis. 8