Erster Theil.Historische Thatsachen.
Die Stiftung der Sinzendorfischen FamilienfideikommisseHaggenberg und Ernstbrunn in Niederösterreich.
Zum Verständniss der gegenwärtig in Betreff dieser Fidei-kommisse schwebenden Rechtsstreitigkeiten ist ein Rückblickauf die Genealogie des Sinzendorfischen Hauses nothwendig.
Die Freiherrn , nachherigen Grafen von Sinzendorf theiltensich seit längerer Zeit in zwei Linien : die Äeltere oder Ernst-brunnische und die Jüngere oder Pilgramische; die letztere erloschbereits um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, die erstere imJahre 1822. Hier kommt nur diese ältere Linie in Betracht.
Aus der älteren oder Ernstbrunnischen Linie hatte AugustFreiherr und erster Graf von Sinzendorf (geb. 1590) von seinerGemahlin, einer gebornen Gräfin Trautmannsdorf, drei Söhne:
1) Johann Joachim, geb. den 31. Mai 1620, f den11. November 1665;
2) Siegmund Friedrich , -j- den 28. Februar 1679 ;
3) Rudolf, t den 2. September 1677.Graf Johann Joachim hinterliess drei Söhne:
a. Joseph AVeickhard, geb. den 9. Januar 1656, f den9. Februar 1702;
b. Adolf, geb. den 7. März 1659, f den 25. Mai 1700 ;
c. Michael, geb. den 31. Mai 1665, f den 28. Februar 1697.Der zweite Sohn, Graf Siegmund Friedrich, war kinderlos.