50 II. Rechtliche Ausführung.
III. Succession der Krone Freussen in das Eigenthum an der Düsseldorfer
Gallone.
Nachdem die verbündeten Mächte die Rheinlande, darunterauch das Grossherzogthum Berg 1813 erobert hatten, verzichteteKaiser Napoleon I in einem Vertrage mit Oesterreich, Russlandund Preussen vom 11. April 1814 auf alle seine Lande mit fol-genden Worten:
»L'ernpereur Napoleon renonce pour lui, ses successeurs etdescendants, ainsi que pour chaeun de membres de säfamille, ä tous droits de souverainete et de domination, tant surl'empire francais et le royaume d'Italie, que sur tout autrepays.«
Dass unter diesem Verzichte auch das Grossherzogthum Bergbegriffen war, ist klar, welches Napoleon für eines soiner Familien-glieder, den Prinzen Napoleon Ludwig, seinen Neffen, alsvormuudschaftlicher Regent verwaltete.
Die Akte des Wiener Kongresses, welcher in Folge des PariserFriedens berufen war, die Territorialverhältnisse Europas neu zuordnen, überwies im Artikel XXIV mit vielen anderen rheinischenBesitzungen dem König von Preussen das Grossherzogthum11 erg mit folgenden Worten:
»S. M. le roi de Prusse reunira ä sa monarchie en Alle-mangne en-deca du llhin, pour etre possedes par eile et ses suc-cesseurs en toute propriete et souverainete, les pays suivans,savoir:
s>le grandduche de Berg, avec le seigneuries de Harden-berg, Broik, Styrum, Schoeller et Odenthal, lesquelles ont dejäappartenu au dit duche sous la domination Palatine.«
Ebenso wurde in dem Besitznahmepatent vom 15. April 1815das vormalige Grossherzogthum Berg und ein Theil derProvinzen am linken Rheinufer als Objekt der Besitznahme be-zeichnet.
Charakteristisch ist, dass das Grossherzogthum Perg, welchesnie in das französische Kaiserreich einverleibt worden war, regel-mässig in den Verträgen und Proklamationen als eine besondereStaatspersönlichkeit hervorgehoben wird, während die inFrankreich völlig aufgegangenen linksrheinischen Gebiete nurgeographisch abgegrenzt oder mit ihren französischen Departements-