20 I. Das in Betracht kommende geschichtliche Material.
wurde, diese Gemäldesammlung als einEigeiithum des Lan-des ausdrücklich benannt worden, der Hof auch diese Aeusserungstillschweigend, aber die in deren Gefolge übernommenen Beiträgeausdrücklich in Gnaden angenommen hat. Haben schon ge-treueste Stände all dasjenige, was damals nur immer in ihremWirkungskreise lag, ohne Erfolg versucht, so werden sie von ihrenPflichten laut aufgefordert, Seine Herzogliche Durchlaucht unter-thänigst zu bitten, Höchstdieselben mögen geruhen, solche Mass-regeln treffen zu lassen, wodurch oftgedachte Gallone, als dereigentliche Stolz unseres Vaterlandes, ihm baldigstzurückgegeben werde. «
Auf dieses »Cbnclusum versammelter Landstände von Bergi-scher Ritterschaft und Hauptstädten« erfolgte am 2. April 1800die Resolutio Serenissimi:
»Seine Herzogliche Durchlaucht ertheilen den BergischeriLandständen von Ritterschaft und Hauptstädten die Zusicherung,dass Höchstdieselben die Gerechtigkeit und denWertli des Gesuches um Zurückbef Order un«' derDüsseldorfer Bildergalleric vollkommen erkennenund dass alle Einleitungen werden getroffen werden,welche geeignet sind, das so sehr erwünschte Resultatder Rückerhaltung dieser schätzbaren Kunstsamm-lung her b eiz uf ü hr e n.«
Trotz dieser Zusicherung geschah kein ernstlicher Schritt vonSeiten Murats zur Wiedererlangung der Gallerie. Dies hatteseinen Grund in seiner unbedingten Abhängigkeit von Napoleon,welcher zur Erreichung seiner politischen Zwecke mit Bayern ingutenrVernehmen zu bleiben wünschte. Auch die nach weiternHerathungen von der Ritterschaft an Kaiser Napoleon I vom26. Juli 1806 gerichtete Eingabe, welche durch den ErbdirektorGrafen Nessclrode dem nun zum Grossherzog erhobenen Landesherrnüberreicht wurde, blieb ohne jede Wirkung. Vielleicht war esauch nicht ohne Einfluss, dass Maximilian Joseph 1 5 der werth-vollsten Gemälde, (darunter 5 von van Dyck, 2 von Rubens undeines von Paolo Veronese) dem Kaiser Napoleon für das Museumdes Louvre schenkte, wo sie sich noch heute befinden sollen.
Am 15. Juli 1808 trat der zum König von Neapel erhobeneJoachim Murat das Grossherzogthum Berg wieder an Napoleon abund dieser gab dasselbe am 3. März 1809 an den noch unmündigen