Die Wegführung der Gallerie im Jahre 1805 etc. J9
Unserer Wahl zu disponiren: so haben Wir gedachte Herzog-thümer, Gerechtsame, Titel, Prärogative mit deren völliger Sou-veränetät, sowie Uns dieselben abgetreten worden sind, über-tragen und übertragen sie hiermit dem Prinzen Joachim -------
damit er sie in der Eigenschaft als Herzog von Kleve und Bergin ihrem ganzen Umfange vollkommen besitze.«
Das bayerische Patent ist am 21. März, das Napoleons am23. desselben Monats im Bergischen verkündet worden.
Der Abtretungsvertrag zwischen Max Joseph und Napoleonist übrigens bis auf den heutigen Tag nicht veröffentlicht worden.Uebrigens geht aus den bald darauf folgenden Thatsachen klarhervor, dass in demselben die Pildergallerie, wie man hat glaubenmachen wollen, keineswegs für Bayern reservirt worden war; dennkaum hatte Joachim Murat von dem Herzogthum Berg Besitz ge-nommen, so richteten die Landstände am 2S. März 1800 an denneuen Landesherrn eine Erklärung und Bitte zur Wahrung derLandesrechte auf die Gallerie. Darin sprachen sie sich folgender— -Kmassen über das Recbtsverhältniss der Gallerie aus:
»Die Gründe aus welchen die Landschaft diese Sammlungals wahres Eigenthum des Landes zu betrachten sich be-fugt erachtet, sind noch insbesondere:
Dass zur Anschaffung dieser Bildersammlung grosse Summenaufs Land sind gelegt worden, dass Landstände sogar mehrereeinzelne Gemälde mit schwerem Gelde erkauft und dem StifterKurfürst Johann Wilhelm präsentirt haben, dass das Land ebensozu dem für die Aufbewahrung dieser Gallerie damals errichtetenGebäude beigetragen habe,, dass endlich, als von dem mit demHerzog Wilhelm von Bayeni geschlossenen Apanagialrecess dieStände auf dem Landtage von'1804 in Kenntniss gesetzt wordenund zugleich denselben die Uebernahme theils der Gehälter undPensionen .angesonnen wurde, welche das bei der Gallerie ein-gestellte Personale zu beziehen hatte, theils es dein Lande zuge-muihet wurde, jene Kosten zu übernehmen, welche zur Erweite-rung des Galleriegebäudes erforderlich sein dürften, um die ehemalsim Schlosse Bensberg befindlichen Gemälde mit der hiesigenSammlung vereinigen zu können, in der gehorsamsten Erklärungder Landstände, wodurch die Zahlung der Gehälter des Gallerie-personals übernommen und zu der vorbemerkten Yergrösserungder Gebäude schon gleich eine Summe von 5000 Thlr. bewilligt
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