] 2 I. Pas in Betracht kommende geschichtliche Material.
wo der Düsseldorf abgeneigte Kurfürst Karl Philipp sich mitgrossen Kosten eine neue Gemäldesammlung zu Mannheim zuschaffen bemüht war.
Mit Karl Philipp erlosch am 31. Decemher 1742 die erst-geborene Linie Pfalz - Neuburg, welche von Wolfgang Wilhelm,dem primus acquireus von Jülich und Berg, abstammte. Erstdurch einen Vertrag vom 5. Juni 1711 verzichtete Preussen aufseine Ansprüche auf die Ilerzogthümer Jülich und Berg undräumte auch der jungem Linie Pfalz-Neuburg-Sulzbach die Suc-cession in diesen Landen ein, so dass dem Nachfolger Karl Philipps,dem Kurfürsten Karl Theodor von Sulzbach, kein Hinderniss mehrim Wege stand.
Mit Karl Theodor (1742—1799) begann eine bessere Zeitfür die niederrheinischen Herzogthümer und ihre Hauptstadt.Obgleich auch er seine Residenz nicht wieder dorthin verlegte, soHess er es sich doch angelegen sein, die Beschwerden der Ständezu heben, die Finanzen zu ordnen und alle Landesinstitute zu för-dern. Auch der Gallerie wurde wieder eine sorgfältigere Pflegezu Theil; das Galleriegebäude wurde in Stand gesetzt und eineKatalogisirung vorgenommen. Im siebenjährigen Kriege wurdedie Gallerie 1758, wegen drohender Kriegsgefahr nach Mannheimgebracht, kehrte jedoch nach dem Frieden (1763) ohne allenVerlust nach Düsseldorf zurück. Von nun an sollte kein Ge-mälde mehr von seiner Stelle gebracht werden, welche durch einein die Mauer eingelassene Nummer bleibend bezeichnet wurde.In Anschluss an die Gallerie wurde im Jahre 1767 die Zeich-nungsakademie begründet, welche später zur Akademie derschönen Künste erweitert wurde. Die enge Verbindung zwi-schen der Gallerie und dieser Kunstschule spricht sich besondersin einem kurfürstlichen Reskripte vom 10. November 177 7 aus,wonach die in der Gallerie befindlichen Gemälde nur von den Zö°-
o
lingen der letztern kopirt werden durften. Landstände, Gemeindenund Privatpersonen bereicherten in dieser Zeit die Gallerie durchwerthvolle Beiträge; so wurde von den Landständen die Samm-lung des Galleriedirektor Krahn für 26,000 Thlr. angekauft, sowurden ihr von der Solinger Klingenfabrik vier Gemälde des be-rühmten Thiermalers Snyders zugewendet. Die Lehrer und Beam-ten der verbundenen Anstalten wurden als Staatsdiener betrachtetund aus Landeskassen bezahlt. Bezeichnend ist ein Ministerial-