FFC 39 Zeugnisse zur Geschichte der Märchen. _________57
Drei Tage vor seinem Tode sagte Schiller, indem ereine Nummer von Kotzebues Unterhaltungsblatt 'Der Frei-müthige' von sich wies: 'Gebt mir Märchen und Ritter-geschichten! Da liegt doch der Stoff zu allem Schönenund Guten.' (Caroline v. Wolzogen, Schillers Leben,
1850, S. 364).
Anspielungen auf Märchen oben 2, 381. 3, 280.
155. Ludwig Tieck, Ritter Blaubart, ein Ammen-märchen (Berlin 1797) S. III: Prolog.
Der Zauberstab des Dichters schließt uns oftDie fernsten, wundervollsten Welten auf,Und trunken kehrt der Blick aus Sonnenschein,Aus fremden Blumen, schöngeformten BäumenUnd Kriegen, Schlachten 7.11 uns selbst zurück.Doch fernab, heimlich im Gebüsch verstecktLiegt eine alte Grotte, lange nichtGeöffnet, kaum ist noch die Tür zu kennen, •So dick von Efeu alles überwachsen,Und wilde Nelken hängen rot herüber,Und drinnen hört man seltsam leise Töne,Die manchmal toben und dann musikalischVerhallen, wie gefangne Tiere winselnEs ist der Kindheit zauberreiche Grotte,In der der Schreck und liebe AlbernheitVerschlungen sitzen, dem, der näher tritt,Ein altes Lied im leisen Tone sumsen.Vergönnt dem Dichter, diese Tür zu öffnen,Hört gerne zu dem lispelnden Gesang,Der sich in wilden dunkeln Blumen wiegt!Seht, wie mit Steinen und mit MuschelwerkDie Wand ein eigensinnger Fleiß geputzt,Wie Schatten auf und abwärts schweben, laßtDurch Traumgestalten euch ergötzen, störtMit hartem Ernste nicht die gaukelnden!