FFC 36 Name und Merkmale des Märchens. 39
Gebäude an; das Märchen ist zeitlich und örtlich nichtgebunden und verzichtet meist sogar auf eine genaueBenennung seiner Personen. Die Brüder Grimm unter-schieden ihre Märchen von vornherein (1812 S. XIII = \Y.Grimm, Kl. Sehr, t, 324) sehr bestimmt von den eigentlichlokalen Volkssagen, die an leibhafte Örter oder Heldender Geschichte gebunden sind, und bemerkten 1816 imVorwort zu den Deutschen Sagen 1, V: 'Das Märchen istpoetischer, die Sage historischer; jenes stehet beinahe nurin sich selber fest in seiner angeborenen Blüte und Vollen-dung; die Sage, von einer geringeren Mannigfaltigkeit derFarbe, hat noch das Besondere, dass sie an etwas Bekann-tem und Bewussten hafte, an einem Orte oder einem durchdie Geschichte . gesicherten Namen.' 1819 führt dies W.Grimm in der Einleitung zu den KHM 1, XXI (Kl. Sehr.1, 333) weiter aus: 'Die geschichtliche Sage fügt meistetwas Ungewöhnliches und Überraschendes, selbst das Über-sinnliche geradezu und ernsthaft an das Gewöhnliche,Wohlbekannte und Gegenwärtige, weshalb sie oft eckig,scharf und seltsam erscheint; das Märchen aber steht abseitsder Welt in einem umfriedeten, ungestörten Platz, überwelchen es hinaus in jene nicht weiter schaut. Darumkennt es weder Namen und Orte noch eine bestimmteHeimat, und es ist etwas dem ganzen Vaterlande Gemein-sames.' Ähnlich spricht J. Grimm in der Deutschen Mytho-logie 1844 S. XIV. Dazu stimmt, dass in den GrimmschenMärchen nur vereinzelt Ottsnamen aus der Nachbarschaftdes Erzählers begegnen, wie Hohenfurt (nr. 82) und derKeuterberg (96), während Bremen (27), Hinterpommern(152), die Schweiz (33), das Rote Meer (88), Ostindien (137)offenbar nur irgend eine ferne, fremde Gegend bezeichnensollen. ' Bei Basile freilich, dessen Erzählungen teils in der
' Doch vgl. E. Meier, Vm. aus Schwaben 1852 S. VIII. DieInsel Udröst bei Asbjörnsen, Huldreeventyr 1, 259 = Stroebe 2, 9ist ein sagenhaftes Wunderland.
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