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'Ich bin froh, dass ich zu Ende gekommen bin; jetzt mussich einen Schluck schottisches Bier haben, da ich euch alldiese Lügen erzählt habe.' Ganz in der Weise der mittel-alterlichen Spielleute unterbricht auch wohl der pommerscheErzähler seinen Vortrag und nützt die Spannung der Zuhö-rer aus, um einen Trunk zu erlangen: 'Mir ist die Kehleauch schon ganz trocken; ich dächte, man gäbe mir, dassich einen heben könnte; sonst muss die Geschichte hierein Ende haben'. 1
Mit andern Gattungen der Volksdichtung, der Sageund der Ballade, hat das Märchen wichtige Eigenheiten desAufbaus und des Stiles gemeinsam, die Axel Olrik 2 epischeGesetze genannt hat, wie die Wiederholung, die Dreizahl unddas Achtergewicht, d. h. die Hervorhebung des dritten Bru-ders oder des dritten Versuches über die beiden ersten.Der hauptsächlichste Unterschied aber zwischen dem Märchenund der Sage besteht in ihrem andersgearteten Verhältniszur realen Welt. 3 Während die Sage den Anspruch erhebt,Wirklichkeit zu geben, und von den Hörern Glauben ver-langt, kümmert sich das Märchen, das diese nur unterhaltenwill, nicht um die Bedingungen irdischen Geschehens. Ausdieser Verschiedenheit ergeben sich dann noch andre. DieSage klammert sich gleich der Efeuranke an geschichtlicheEreignisse und Personen oder an einen bestimmten Ge-genstand aus der Umgegend, einen Berg, See, Baum, ein
1 Jahn, Volksmärchen 1, XI. Vgl. dazu F. Vogt, Leben derdeutschen Spielleute im Mittelalter 1876 S. 22. 31 und Piper, DieSpielmannsdichtung 1, 15 (1887).
2 Olrik, Danske Studier 1908, 69—89 und Zs. f. dt. Altertum51, I —12 (1909). M. Moe, Episke grundlove (Edda 2, 1. 233. 4, 85.7, 72. 1914—17). Vgl. auch R. M. Meyer, Archiv f. Religionswiss.10, 88 (1907) und A. van Gennep, La formation des legendes 1910p. 277.
8 F. Panzer, Märchen, Sage und Dichtung 1905 S. 18. F. Ranke,Die dt. Volkssagen 1910 S. X f.