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der Deor versichert, von dem liederkundigen Horand ausseiner früheren Stellung verdrängt zu sein.' — Am Schlussder naturdeutenden (ätiologischen) Märchen 2 findet sich oftdie Angabe, dass die Veränderung im Äusseren des Tiersoder der Pflanze noch immer andauere: dass z. B. derScholle das Maul schief steht (Gr. 172), dass der Ruf derLerche, der Rohrdommel, des Wiedehopfs (Gr. 171. 173)noch ebenso klingt, dass die Kornähre noch ebenso kurzist (Gr. 194) oder die vierzig letzten Lebensjahre desMenschen Eigenschaften der Tiere aufweisen (Gr. 178).Seltener endet das Märchen mit einer Nutzanwendung, wiesie die Fabel kennt, z. B. 'Siehst du, so gehts in der Welt'(Gr. 2) oder 'Eile mit Weile' (Gr. 184, vgl. 29. 160) oder'Wohlgetan wird schlecht gelohnt' (Asbjörnsen-Moe nr. 47);denn eine gute Lehre ist nicht sein Zweck, aber sie erwächstleicht daraus wie eine gute Frucht aus einer gesundenBlüte ohne Zutun der Menschen. 3
Zur Beteuerung der Glaubwürdigkeit dient eineBerufung auf den Gewährsmann. 4 Serbisch: 'Wie ich dasMärchen gehört habe, erzähle ichs wieder' (Wuk S. 179).Schwedisch: 'Lüge ich, so lügen die, die es mir erzählthaben' (Sv. landsmälen 5, 1, 137). Friesisch: 'Hiermeeis't vertelsel uit, en die't het laatst verteilt heeft, Ieeft nog'(Dykstra 2, 86). Deutsch: 'Un we dat lest verteilt hat,
1 Beowulf hrg. von Wülcker 1883 S. 3 v. 66. 70. 88. Ebd.S. 280 v. 39.
2 Vgl. Dähnhardt, Natursagen 1, X.
3 So W. Grimm, Über das Wesen der Märchen (KHM. 18191, XXIV = Kl. Schriften 1, 335). Basile freilich versäumt kaum,ein Sprichwort am Schlüsse anzuheften, und Perrault bringt regel-mässig eine gereimte Moral. Fromme Sprüche bei Luzel, Legen-des chretiennes 1, 137. 208. 210. 215 und Schmidt-Kahle, PalästinaS. 44*. Andre Beispiele bei Petsch S. 53.
4 Vgl. Petsch S. 67. So wälzt schon im 12. JahrhundertLamprecht im Alexanderliede v. 18 die Verantwortung auf seinenVorgänger ab: Louc er, so liuge ich. Piper, Spielmannsdichtung1887 1, 64.