FFC 36 Name und Merkmale des Märchens. 15
out of a dry cappy'. Französisch bei Sebillot, Contes delaHaute-Bretagne 3, 80: 'Marche aujourd' hui, marche demain,ä force de marcher on fait beaucoup de chemin'. — Es gibtaber auch englische Märchen, die geradezu in die Balla-denform übergehen, z. B. Childe Rowland, The stränge visitor,The cat and the mouse bei Jacobs 1, 117. 179. 188. DerHerausgeber vergleicht dazu die mittelalterliche Form derChante-fable in Aucassin et Nicolete, wo der Wechselzwischen Prosa und Versen durch die Formeln 'Nun wirdgesungen' oder 'Nun wird gesprochen und erzählt' jedesmalaugenfällig gemacht ist, und altirische Sagen, bei deneneinzelne lyrische und dramatische Partien in metrischerForm in die prosaische Erzählung eingestreut sind. Ererklärt diese Form, zu der sich in der altnordischen, ara-bischen, persischen und indischen Literatur Seitenstückefinden, geradezu für die Urgestalt des Volksmärchens. ]Die Bedenken gegen einen so raschen Schluss liegen aufder Hand. Wir erblicken in der Chantefable vielmehr eineaus der Prosaerzählung hervorgegangene altertümlicheVorstufe der Verserzählung, des epischen Liedes. Wo diegewöhnliche Rede nicht ausreichte, trat eine Steigerung zudichterisch gehobenem, durch den Reim geschmücktemAusdruck ein, in erster Linie natürlich bei den bedeu-tungsvollen Ausrufen und Gesprächen der Helden und ihrerGegner. Dieser Umstand hat neuerdings Kahlo s zu einerebenso einseitigen Folgerung verführt: er sieht hier ani-mistische Reste einer besonderen Verkehrssprache zwischenGeistern, deren sich auch Menschen bei Beschwörungen
1 Jacobs, English Fairy Tales 1, 246. 2, 217; Celtic F. T. 1,243.257; Indian F. T. p. 237. Vgl. Child, English and scottish Ballads5, 201. Gummere, Old english ballads 1894 p. LXXV. Maccul-loch, Childhood of fiction 1905 p. 480. Hertz, Spielmannsbuch1900 S. 435. Thurau, Singen und Sagen 1912 S. 76. 84 f. S. Sin-ger, Die Ursprünge der Poesie 1913 S. 23.
2 Kahlo, Die Verse in den Sagen und Märchen 1919 S. 121.