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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
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war nur Schnee und Schnee, und kein Zeichen einerWohnung, feine Spur des Lebens mehr wahrzuneh.men. Doch vernahm er nach langem ängstlichem Rufen, wie aus einem tiefen Grab, die Stimme seinesWeibes unter dem Schnee herauf. Und als er sieglücklich und unbeschädiget hervor gegraben hatte,da börten sie plötzlich noch eine bekannte und liebeStimme: Mutter, ich wäre auch noch amLeben, rief ein Kind, aber ich fann nicht her-aus. Nun arbeitete Vater und Mutter noch einmal und brachten auch das Kind hervor, und einArm war ihm abgebrochen. Da ward ihr Herz mitFreude und Schmerzen erfällt, und von ihren Au-gen flossen Thränen des Dankes und der Wehmuth.Denn die zwei andern Kinder wurden auch noch her-ausgegraben, aber todt.

In Pilzeig, ebenfalls im Canton Uri, wurde eineMutter mit zwei Kindern fortgerissen, und unten inder Tiefe vom Schnee verschüttet. Ein Mann, ihrNachbar, den die Lavine, ebenfalls dahin geworfenhatte, hörte ihr Wimmern und grub sie hervor. Versgeblich war das Lächeln der Hoffnung in ihrem Antliz. Als die Mutter halb nackt umher schaute, kanntefie die Gegend nicht mehr, in der sie war. Ihr Retter selbst war unmächtig niedergesunken. Neue Husgel und Berge von Schnee, und ein entseglicher Wir-bel von Schneeflocken füllten die Luft. Da sagte dieMutter:„ Kinder, hier ist keine Rettung möglich;wir wollen beten, und uns dem Willen Gottes überlaffen." Und als sie beteten sank die siebenjährigeTochter sterbend in die Arme der Mutter, und als dieMutter mit gebrochenem Herzen ihr zusprach, und