-
236
-
den Herrn Schulmeister im Felde an. Ists noch cuerErnst, Schulmeister, was ihr gestern den Kindern gergliedert habt: So dich jemand schlägt auf deinen rech-ten Backen, dem biete den andern auch dar?" DerHerr Schulmeister sagt:„ Ich kann nichts davon undnichts dazu thun. Es steht im Evangelium." Alsogab ihm der Bauer eine Ohrfeige, und die andere auch,denn er hatte schon lang cinen Verdruß auf ihn. In-dem reitet in einer Entfernung der Edelmann vorbeyund sein Jäger.„ Schau doch nach, Joseph, was diezwey dort mit einander haben." Als der Joseph kommt,gibt der Schulmeister, der ein starker Mann war, demBauer auch zwey Ohrfeigen, und sagte, es steht auchgeschrieben: Mit welcherley Maas ihr messet, wirdeuch wieder gemessen werden. Ein voll gerüttelt undüberflüssig Maaß wird man in cuern Schoß geben;"und zu dem legten Sprüchlein gab er ihm nochein halbes Duzend drein. Da kam der Joseph zu ſci-nem Herrn zurück und sagte:„ Es hat nichts zu bedeu-ten, gnädiger Herr; sie legen einander nurdie heilige Schrift aus."
Merke: man muß die heilige Schrift nicht auslegen, menn mans nicht versteht, am allerwenigsten so.Denn der Edelmann ließ den Bauern noch selbigeNacht in den Thurm werfen auf 6 Tage, und demHerrn Schulmeister, der mehr Verstand und Respecttvor der Bibel hätte haben sollen, gab er, als die Winserschule ein Ende hatte, den Abschied.
Der geduldige Mann.
Ein Mann, der eines Nachmittags müde nachHause kam, båtte gern ein Stück Butterbred mit