235
er aber im rothen Rößlein den letzten Rausch gekauft-hatte und konnt ihn nicht bezahlen, und der Wirthschrieb seinen Namen und seine Schuld, ficben Guldenein und fünfzig Kreuzer, an die Stubenthür, und alser nach Haus fam, und die Frau erblickte, nichts alsSchimpf und Schande hat man von dir, du Vergeu-derinn," sagte er zu ihr. Und nichts als Unchreund Verdruß hat man von dir, du Säufer, du derund jener, du Knicker," sagte sie. Da stieg esschwarz und grimmig in seinem Herzen auf, und diezwey bösen Geister die in ihm wohnten, nemlich derZorn und der Rausch, sagten zu ihm: Wirf die Besftie in die Donau." Das ließ er sich nicht zweymalsagen. Wart ich will dir zeigen, du Vergeuderinn,( du Knicker sagte sie ihm drauf) ich will dir schonzeigen, wo du hingehörst, und trug sie in die Donau,Und als sie schon mit dem Mund im Wasser war/aber die Ohren waren noch oben, rief der Unmenschnoch einmal, du Vergeuderinn. Da bob die Fraunoch einmal die Arme aus dem Wasser empor, unddrückte den Nagel des Daumes auf den Nagel deslinken, wie man zu thun pflegt, wenn man einemgewissen Thierlein den Tod anthut, und das warihr Lezztes. Dem geneigten Leser, der auf Rechtund Gerechtigkeit hált, wird man nicht sagen dürfen,daß der unbarmherzige Mörder auch nimmer lebt, son-dern er gieng heim, und henkte sich noch in der nemslichen Nacht an den Pfosten.
-
Gutes Wort, bdse That.
In einem edelmännischen Dorf trifft ein Bauer