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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
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Dieß ist geschehen im Jahr 1805 am 17ten Aprilim Wirthshause zu Segringen.

Seltsamer Spazierritt.

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus undläßt seinen Buben zu Fuß neben her laufen. Kommtein Wanderer und sagt: Das ist nicht recht, Vaster, daß ihr reitet und laßt euern Sohn laufen; ihrhabt stärkere Glieder. Da stieg der Vater vom Eselherab und ließ den Sohn reiten. Kommt wiederein Wandersmann und sagt: Das ist nicht recht,Bursche, daß du reitest und läsest deinen Vater zuFuß geben. Du hast jüngere Beine. Da saßen beisde auf und ritten eine Strecke. Kommt ein dritterWandersmann und sagt: Was ist das für ein unverstand: Zwei Kerle auf Einem schwachen Thiere;Sollte man nicht, einen Stock nehmen, und euch beisde hinab jager? Da stiegen beide ab und giengen selbdritt zu Fuß, rechts und links der Vater und Sohn,und in der Mitte der Efel. Kommt ein vierter Wandersmann und sagt: Ihr seyd drey kuriose Gesellen.Its nicht genug, wenn Zwey zu Fuß gehen? Gehtsnicht leichter, wenn Einer von euch reitet? Da bandder Vater dem Esel die vordern Beine zusammen,und der Soon band ihm die hintern Beine zusammen,zogen einen starken Baumpfahl durch, der an derStraße stand, und trugen den Esel auf der Ach-fel heim.

So weit fann's kommen, wenn man es allen Leut-ten will recht machen.