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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
Entstehung
Seite
115
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de stand. Als sie genug gegessen und getrunken hatten, rückten sie mit der List heraus, worauf es abge-seben war.

" Frau Wirthin, sagte einer, es steht diesmalum unsere Basen nicht gut, denn es sind der Wirths-häuser zu viele an der Strasse. Da wir aber ancuch eine verständige Frau gefunden haben, so hoffenwir als alte Freunde hier Credit zu haben, undwenns euch recht ist, so wollen wir in 6000 Jah,ren, wenn wir wieder kommen, die alte Seche samtder neuen bezahlen." Die verständige Wirthin nahmdas nicht übel auf, war's vollkommen zufrieden,und freute sich, daß die Herren so vorlieb genom-men, frellte sich aber unvermerkt vor die Stubenthusre und bat, die Herren möchten nur so gut seyn,und jetzt einstweilen die s fl. 16 kr. Bezahlen, die sievor 6000 Jahren schuldig geblieben seyen, weil dochalles schon einmal so gewesen sey, wie es wiederkomme. Sum Unglück trat eben der Vorgesetzte desOrtes mit ein Paar draven Männern in die Stube,um mit einander ein Glas Wein in Ehren zu trin,fen. Das war den gefangenen Bögeln gar nichtlieb. Denn jetzt wurde von Amts wegen das Ur,theil gefällt und vollzogen:„ Es sey aller Ehrenwerth, wenn man 6000 Jahre lang geborgt habe.Die Herren sollten also augenblicklich ihre alte Schuldbezahlen, oder ihre noch ziemlich neue Oberrocke in Ver-fazz geben." Dieß lezte mußte geschehen, und dieWirthin versprach, in 6000 Jahren, wenn sie wiesder kommen und besser als jetzt bei Bazzen seyen,ibnen alles, Stück für Stück, wieder zuzustellen.