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Der Zahnarzt.
Zwey Tagdiebe, die schon lange in der Welt miteinander herumgezogen, weil sie zum arbeiten zutråg, oder zu ungeschickt waren, kamen doch zuletztin grosse Roth, weil sie wenig Geld mehr übrigbatten, und nicht geschwind wußten, wo nehmen.Da geriethen sie auf folgenden Einfall: Sie betteltenvor einigen Hausthüren Brod zusammen, das sie nichtzur Stillung des Hungers genießen, sondern zum Be-trug mißbrauchen wollten. Sie fnetteten nemlich unddrehten aus demselben lauter kleine Kügelein oder Pillen, und bestreuten sie mit Wurmmehi aus altem zer-fressenem Holz, damit sie völlig aussaben wie die gelbenArznei Pillen. Hierauf kauften sie für ein paar Bazen einige Vogen rothgefärbtes Papier bei dem Buchsbinder( denn eine schöne Farbe muß gewöhnlichbei jedem Betrug mithelfen:) Das Papier zerschnitten sie alsdann und wickelten die Pillen darein, jesechs bis acht Stücke in ein Päcktein. Nun giengder cine voraus in einen Flecken, wo eben Jahremarkt war, und in den rothen Löwen, wo er vieleGäste anzutreffen boffte. Er forderte ein Glas Wein,tranf aber nicht, sondern sas ganz wehmüthig ineinen Winkel, hielt die Hand an den Backen, winsfelte halb laut für sich, und fehrte sich unruhig baldso her, bald so hin. Die ehrlichen Landleute undBürger, die im Wirthshaus waren, bildeten sichwohl ein, daß der arme Mensch ganz entsetzlichZahnweh haben müße. Aber was war zu thun?.man bedauerte ihn, man tröstete ihn, daß es schonwieder vergehen werde, trank sein Gläslein fort, und