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Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes
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machte seine Marktaffairen aus. Indessen tam derandere Tagdieb auch nach. Da stellten sich die beiden Schelme, als ob noch keiner den andern in seisnem Leben gesehen hätte. Keiner sab den andern an,bis der Zweite durch das Winseln des Erstern, derim Winkel fas, aufmerksam zu werden schien.„ Guter Freund, sprach er, ihr scheint wohl Zahnschmer-zen zu haben?" und gieng mit großen und langsa-men Schritten auf ihn zu.„ Ich bin der DoctorSchnauzius Rapunzius von Travalgar," fuhr erfort. Denn solche fremde volltönige Namen müssenauch zum Betrug behülsich seyn, wie die Farben.Und wenn ihr meine Zahnpillen gebrauchen wollt,fuhr er fort, so soll es mir eine schlechte Kunst seyn,euch mit einer höchstens zweyen, von euren Leidenzu befreyen."

„ Das welle Gott," erwiederte der

andere Halunk. Hierauf zog der saubere Doctor Na-punzius eines von seinen rothen Packlein aus derTasche, und verordnete dem Patienten ein Kugeleindaraus auf den bösen Zahn zu legen und herzhaftdarauf zu beisen. Jest streckten die Gäste an denandern Tischen die Köpfe herüber, und einer umden andern kam herbei um die Wunderkur mit anszusehen. Nun könnt ihr euch vorstellen, was geschah.Auf diese erste Probe wollte zwar der Patient wesnig rühmen, vielmehr that er einen entseßlichenSchrey. Das gefiel dem Doctor. Der Schmerz,fagte er, sen jetzt gebrochen, und gab ihm geschwinddie zweite Pille zu gleichem Gebrauch. Da warnun plößlich aller Schmerz verschwunden. Der Pastient sprang vor Freuden auf, wischte den Angst-schweiß von der Stirne weg, obgleich keiner daran