Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
43
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AA. Nr. 88. 43

Oben in dor Mitte ist das Bild der schönen Maria von Regensburg mitdem Kinde in der Glorie. H. 23 Z. Br. 18 Z. 6 L.

Dieser seltene, in drei Blättern bestehende Holzschnitt wird zu-weilen dem Altdorfcr zugeschrieben, von ihm rührt .aber nur die Zeich-nung her, da er zugleich auch der Erbauer der Kirche war. In demlänglichen Ovale mit der schönen Maria bemerkt man rechts ein ausMO bestehendes Monogramm, unter welchem M. Ostcndori'er seinenNamen andeutete. Dieser Meister war um 1540 - 1550 in Regensburgthätig, und scheint demnach die hinterlassene Zeichnung des A. Alt-dorfcr beim Schnitte' benutzt zu haben. Die alten Abdrücke diesesBlattes sind selten. Die späteren kommen zuweilen in drei einzelnenBlättern mit gedrucktem Text vor. Zu den Seltenheiten gehören diealten Exemplare ohne Text.

Zu den Blättern bei Bartsch No. 41, 43, 44, 45, 50, 53, 54, 57bemerken wir, dass neue Abdrücke in A. v. Derschau's Sammlung alterdeutscher Meister sich befinden.

88. Unbekannte, wenn nicht erfundene Zeichen. Der alte Mono-

graminen-Sammlcr J. F. Christ(Auslegung der Monogramma-tum 1747 S. 71) wusste nachTradition, dass man das ersteZeichen bald der Agnes Frey, der Gattin dos Albrecht Dürer, bald demPhilipp Adler Paticina beilegte, konnte aber keinen Grund für dieseErklärung finden. Gandellini II. p. 43 vorfiel wohl desswegen auf denMechaniker Johannes Frey, den Vater der Agnes, und er stempeltedadurch denselben auch zum Formschneider. Damit aber die AgnesFrey doch nicht leer ausgehe, fügte Gandcllini III. 417 — 423 für siedas zweite Zeichen bei, welchem dann das dritte folgte. Die AgnesFrey wollte auch Malpe (Notices sur les gravurcs. Besancon 1807 p. I.No. 1) nicht umgehen, er entschied aber mehr für Philipp Adler Pati-c '»a, da dieser auch im Cabinet dor Sonderbarkeiten von Florcnt leComte eine Stelle erhalten hatte. Papillon I. p. 143 will das von ChristBegebene Zeichen auf einem Holzschnitte mit St. Christoph von 1518,und auch auf andern xylographischon Blättern gefunden haben. DannWicht man auch von mehreren kleinen Kupferstichen, welche Wunderdos Heilandes vorstellen, und wegen ihres Alterthums geschätzt werdenSollen. Allein wir fanden keine Beschreibung von solchen Blättern.Den hl. Christoph mit dem Jesuskinde nennt zwar ausser Papillonauch Gandellini, sagt aber, dass ihn Adler Paticina gestochen habe (dafiSBo intagliato). Indessen könnte man suppliren: in logno. Und wirk-lich existirt ein Holzschnitt mit dem durch das Wasser schreitendenSt. Christoph. Am Baunistamme ist ein ähnliches Zeichen, welches aberdem Albert Altdorfcr angehöret, Das Blatt trägt die Jahrzahl 1513,und wird von Bartsch No. 53 beschrieben. Dieser Altdorfer'scho Holz-schnitt erklärt wohl das Riithsel.

Aus dem von Florcnt le Comto erwähnten Paticina wird ein Pa-tricius, sei es von Nürnberg, wie Malpe meint, oder von Augsburg.Der Patrizier Philipp Adler war wirklich Künstler, vermuthlich Bild-hauer und Goldschmid. Heller (Geschichte der Formschneidekunst S. 107)'st im Irrthum, wenn er angibt, dass D. Hopfer ein Altarblatt, welchesAdler fertigen licss, in Kupfer gestochen habe. Der von D. Hopfer^fertigte Stich stellt auf zwei Blättern ein Sakramenthäuschen vor,"ut dem Christusknaben unter Kindern mit ihren Erziehern. Untensteht: Hoc opus feeit Philippus Adler Patricius 1518. Bartsch be-sehreibt dieses Blatt No. 21 des Werkes von D. Hopfer, hat aber die