42 AA. Nr. 87.
15) Ein verschlungenes Laubwerk mit einer Frucht. Unten rechtsdas Zeichen. H. 1 Z. 1 L. Br. 1 Z. 4 L. Aeusserst seltenes Blatt.
16) Landschaft mit einer Stadt und mit fernen Bergen. Links gegendie Mitte zu erhöht sich ein Baum auf Felsen, welche nach vorne ab-dachen und da mit Gesträuch bewachsen sind. Im Mittelgründe breitetsich die Stadt aus, deren Häuser auch nach vorn gegen rechts reichen.Auf dieser Seite ziehen sich Bäume die Anhohe hinauf, und dreikahle Berge sieht man am Horizont. An dem mittleren ist eine Burg,und links oben in der Ecke das sechste Zeichen. II. 6 Z. 4 L. Br. 8 Z. 7 L.
Dieses Blatt ist in der Weise desjenigen behandelt, welches wiroben No. 46 unter dem unserm Künstler zugeschriebenen Monogramm Aerwähnt haben.
Zu den von Bartsch beschriebenen Stichen bemerken wir auchnoch, dass es von No. 15, 21 und 26 neue Abdrücke gebe, da diePlatten noch existiren. Das Bildniss des Dr. M. Luther, B. 61, istdas erste, welches in Kupfer gestochen wurde.
Holzschnitte.
17) Der hl. Hicronymus im Schreiben begriffen. Hinter ihm ruhtder Löwe. Höchst seltener Originalformschnitt. II. 2 Z. 9 L. Br. 1 Z. HL.
18) Die Madonna mit dem Kinde in einem Gewände mit Fransenund gestickter Achselverzierung. Das Haupt ist mit einem Tuche be-deckt, oben mit eingestickter Sonne. Kniestück aus der frühesten Zeitdes Meisters. H. 6 Z. 9 L. Br. 3 Z. 7 L.
Vgl. Wcigcl's K.-Catalog No. 19,737.
19) Der Sündenfall und die Erlösung des Menschen durch dasLeiden und den Tod des Heilandes, B. 1—40. II. 2 Z. 8L. Br. 1 Z. 9 L.
Die alten Abdrücke dieses seltenen Werkes sind auf compaktes,aber ziemlich feines Papier gemacht, und von grosser Reinheit derSchwärze. Einen Text fanden wir nicht vor. Die Zahl der Blättergibt Bartsch bekanntlich auf 40 an.
Im Jahre 1604 vereinigte der Buchhändler Georg Ludwig Frobenius(G. L. F.) 38 Blätter zu einem Stammbuche, und gab sie mit lateinischenUebcrschriftcn aus der Bibel, und mit bezüglichen Stellen der Kirchen-väter unter folgendem Titel heraus: „Albcrti Dureri Noriberg. Gcrman.Iconos sacrae, in historiam salutis humanae, per redemptorem nostrumJesum Christum &c. Nunc primum c tonebris in lucem editae 1604,4."Es ist auffallend, dass Frobenius diese Blätter für Düror's Arbeit hielt,da fast ein jedes das Zeichen Altdorfer's trägt, und weder Zeichnungnoch Schnitt an Dürer erinnert. Die neuen Abdrücke, welche auf derRückseite keinen Text haben, sind auf roheres Papier gemacht, als diealten. Es ist aber ebenfalls ziemlich fest, doch lue Schwärze nicht soglänzend, wie in den sehr seltenen guten alten Drucken. Weigelwerthet die neuern auf 10 Thlr.
20) Die St. Cassianskirche in Itegcnsburg, mit einer Prozession zurStatue der hl. Jungfrau. IL 20 Z. 6 L. Br. 14 Z. 6 L.
Bartsch scheint dieses Blatt nicht für Altdorfer's Arbeit gehaltenzu haben, es liegt aber jedenfalls eine Zeichnung desselben zu Grunde.Auch der Schnitt ist so gelungen, dass man die unmittelbare Thcil-nahme des Künstlers vermuthen könnte. Man muss aber nach einemalten Abdrucke urtheilcn. Die gewöhnlichen Exemplare stammen ausneuerer Zeit.
21) Die Marienkirche in Regensburg, welche 1519 nach der Ver-treibung der Juden auf der Stelle der demolirten Synagoge erbaut wurde,wie links in lateinischer, rechts in deutscher Sprache angegeben ist.