Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
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AA. Nr. 87. 89

'n der anderen Hand neben einer Ära darstellt. Altdorfer müsste diesesBlatt als Knabe von zwölf Jahren gestochen haben, es ist aber so gut, alsdie Blätter späteren Datums. Im achtzehnten Jahre müsste er ferner alsMaler bereits seine Hohe erreicht haben. In der St. Moriz-Kapelle zuNürnberg ist nämlich eine Kreuzigung Christi mit dem Monogramme undder Jahrzahl 1506. Tn diesem Bilde offenbaret sich ein Künstler,Welcher in seltenem Grade von dem Geiste Dürcr's durchdrungen ist.Dje Zeichnung ist so fein, und der Ausdruck der Affekte so ergreifend«M edel, wie man diess nur in wenigen Gemälden Altdorfer's wiederfindet, da er bekanntlich sehr ungleich ist. Bei glühender Carnationls *t das Ganze ungemein klar, und die Ausführung von miniaturartigerSorgfalt. Wenn Altdorfer dieses Bild als achtzehnjähriger Jünglinggemalt hat, so blieb er als Mann häutig unter der Erwartung. ImJahre 1511 war er in ltegensburg bereits als Bürger ansässig, beklei-dete dann verschiedene städtische Acinter, und erhielt zuletzt die Stelleeines Stadtbaumeisters, als welcher er nach der gewöhnlichen Annahme1538 starb, da von diesem Jahre sein Testament datirt ist. HerrKränner in Kegensburg, welcher dem historischen Verein daselbst einigeBilder von Altdorfer verehrte, hat viele Materialien über diesen wich-tigen Künstler gesammelt, welche manche dunkle Punkte seines Lebensaufhellen würden. Vgl. Waagen, Kunstwerke und Künstler in Deutsch-end IL S. 123.

Wir haben im Künstler - Lexicon auf eine Anzahl von Gemäldendieses Meisters aufmerksam gemacht, man findet aber deren noch vieljnehr, theils auch im Privatbesitze. Die vier ersten der gegebenenZeichen, mit und ohne Jahrzahl, stehen auf Gemälden, und auch aufHolzschnitten. Das dritte Monogramm findet man auf Kupferstichen,doch auch in kleinerer Form, wie das in der zweiten Reihe gegebene.Bas achte Zeichen tragen die kleinen Holzschnitte, welche den Sündcn-fall und die Erlösung des Menschengeschlechtes vorstellen, auf welchewir noch zurückkommen. Das sechste, abweichende Zeichen steht aufeiner radirten Landschaft, welche in derselben Weise behandelt ist,*ie jene Landschaft, deren ungewönliches Zeichen wir No. 46 gegebenhaben. Es möchte fast scheinen, dass noch ein zweiter Künstler anden unsenn Meister zugeschriebenen Werken Theil hat, da sie in derAuffassung und Behandlung so ungleich sind. Das fünfte Zeichen setzteConrad Meyer auf einen nach Altdorfer gefertigten Stich unter demijtel: Christenkampf, fol. Das letzte Monogramm findet man auf einemßlättchen mit dem Bildnisse des Künstlers. Huber und Malp6 legenden Stich desselben irrig dem A. Altdorfer bei. Dieses Blatt ist voneinem jüngeren Meister, gehört aber jedenfalls in die zweite Hälfte«es 16. Jahrhunderts.

Bartsch P. gr. VIII. p. 42 ff. beschreibt von diesem Künstler, welchendie Franzosen auch Petit Albert nennen, 96 Kupferstiche, und fügtdann 63 Holzschnitte bei, welche aber nach seiner Ansicht nur nachAltdorfer's Zeichnung von fremder Hand gefertiget seyn sollen. Bartschj^t bekanntlich der Grossmeister derjenigen Parthei, welche gegen die^'genhändigkeit der Malcr-Formschnitte ankämpft. Der berühmte Ver-fasser des Peintre graveur kam zu der Ansicht, dass es die alten Malerß'eichsam unter ihrer Würde gehalten hätten, das Schneidmesscr selbst?" führen, was aber einem A. Dürer, A. Altdorfer u. s. w. sicher nichtjn den Kopf gekommen ist. B. v. Rumohr, R. Wcigel, Umbroit &c.nahen eine Menge Beweise gegen die zu weit greifende Ansicht desA - v. Bartsch beigebracht, es ist aber der Streit noch immer nicht ge-schlichtet. Zur endlichen Vermittlung cntschloss sich R. Wcigel zurverausgabe von Facsimiles alter Maler-Formschnitte, welche in folgendem

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