Druckschrift 
1 (1858) A - CF
Entstehung
Seite
38
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38 AA. Nr. 87.

der Künstler nach seiner Rückkehr von Siena geschnitten hahen. Zanischreibt ihm auch die Heilung des Lahmen nach Parmcgianino (B. 14.)zu, welche aber sicher von anderer ITand ist. Den Schluss machtZanetti mit einem Helldunkel von zwei Platten, welches eine reicheComposition dos Gio. Battista Franco (Semoleo) unter dem Titel deschristlichen Helden gibt, B. VIII. 14. Er kämpft gegen eine Truppevon Dämonen, begleitet von dem Glauben, der Liebe und der Religion,während ihm der Tod den Weg vertritt. Dieses Blatt ist von einerBordüre umgeben, mit der Inschrift: Bonum cerlamen certavi. cursutn

consumavi ------•. Pauli Apo. ad Timot. C. HI. Dann folgt nach Bartsch

das Zeichen mit den Worten: Fecit anno D. MDCX Mantuae. ImRande ist die Dedication an Ludovico Gonzaga, in welcher der Künstlersagt, dass er die Zeichnung des Semoleo schon lange besitze, und end-lich habe er sich entschlossen, dieselbe im Holzschnitte bekannt zumachen. Im Cabinet Cicognara war ein von jenem bei Bartsch be-schriebenem Blatte abweichender Druck. Unten gegen die Mitte amSteine steht B. F. , und links am Boden ist eine Tafel mit der Schrift:Superiorum — permisum (sie). Im Unterrande steht in grossen Buch-staben neben dem Monogramme: FECIT. ANNO. D. MDGX. MANTVAE.Bartsch scheint trotz des kolossalen Fecit das Blatt nicht als eigen-händige Arbeit des Künstlers zu nehmen, weil er es im Anhange unterden dem Andrcani zugeschriebenen Blättern aufzählt. Der Künstlerscheint damit sein Atelier geschlossen zu haben, indem er sagt: Mison finalmente risolto farlo uscire (disegno) in luco in questo intaglio &c.A. Androani bediente sich der oben gegebenen Zeichen, brachteaber das erste am häufigsten an. Manchmal ist es viel grösser, wiedie anderen, selten kleiner als hier gegeben. Das vierte Monogrammkommt nach Brulliot I. 13 nur auf einem Blatte vor, auf der Krcuz-schleppung nach Francesco Vanni. Dieses Blatt kennt Bartsch nicht.

87. Albert Altdorfer, Maler, Kupferstecher und Formschneider,_ ^4t* ■f-t'7 gehört unstreitig zu den ausgezeichnetsten

Jl. <J .' * J J * ^ Künstlern, welche Bayern im 16. Jahr-

hunderte hervorgebracht hat. Man zähltihn zu Dürer's Schülern, allein es istnur gewiss, dass die Kunstweise desselben'ft* TSC H durch Altdorfer in Regensburg eben soIn /Ift /RS einheimisch geworden, als dieses durchHans Scbäufclin in Nördlingen der Fall gewesen.

Sandrart II. lib. III. S. 231 lässt diesen Künstler zu Altdorf in derSchweiz geboren werden, scheint aber dabei nur durch den Namen desMeisters auf die Stadt im Canton Uri verfallen zu seyn, weil alte Künstlersich öfters nach dem Geburtsorte nannten. Später wollte man von Alt-dorf in der Schweiz nichts mehr wissen, da in der Nähe von Landshutin Bayern ein Dorf dieses Namens ist, und Oofole (Scrip. rer. boie. II. 771)eine Familie Altdorfer in Landshut und der Umgebung beurkundet fand.Es ist indessen nur Vormuthung, wenn man unsern Künstler aus dieserFamilie stammen lässt. A. Altdorfer's Vater war vermuthlich jene!Ulrich Altdorfer, welcher 1491 in Regensburg das Bürgen-echt aufgab,und mit dem Sohne vielleicht von dannen zog. Ulrich war Maler undkonnte 1440 geboren worden seyn, nicht Albert, wie wir im Catalogeder Pinakothek in München von G. v. Dillis 1839 lesen. Doch auchdie anderweitige Annahme, dass der Künstler 1488 das Licht der Welterblickt habe, ist nicht ganz sicher, indem Altdorfer schon 1500 einachtbarer Kupferstecher war. Diese Jahrzahl trägt ein Blatt, welcheseinen bewaffneten Mann mit dem Kruge in der einen, und einem Brode

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